Vor allem in Europa überlagerte der Mythos der Dominanz der italienischen Mafia, nicht zuletzt aufrechterhalten durch zahlreiche Filme, die Bedeutung der Gangster jüdischer Herkunft. Vor etwa hundert Jahren verließen zahlreiche Juden den alten Kontinent Richtung Amerika. Die ökonomische Lage in den Schtetls Osteuropas war miserabel, Diskriminierungen und Pogrome kamen hinzu. Von 1881 bis 1914 kamen zwei Millionen osteuropäische Juden, ein Großteil davon aus Russland, in der neuen Welt an. Bis 1924 war ein Drittel der osteuropäischen Juden ausgewandert.
Vor allem in den Metropolen an der Ostküste mischte sich die jüdische Musikkultur schnell mit afro-amerikanischem Jazz, jiddische Songs und Schlager fanden ihren Weg in die Mehrheitskultur. Der Swing, der schwarze und jüdische Musik fusionierte, war für jüdische Musiker wie Benny Goodman eine Chance, die ethnischen Grenzen zu überschreiten und in der Unterhaltungsbranche zu Ruhm und Reichtum zu gelangen. Gleichzeitig entstand neben der Unterhaltungswelt natürlich auch eine Unter- bzw. Halbwelt, die Kosher Nostra schuf sich eigene Strukturen und Geschäftsfelder jenseits der Legalität. »Die Sizilianer und wir sind größer als U.S. Steel«, sagte Meyer Lansky, eine der schillerndsten jüdisch-amerikanischen Unterwelt-Gestalten in einem FBI-Abhörprotokoll – der Satz taucht in Coppolas Der Pate auf.