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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:21

Oz Almog & Shantel: Kosher Nostra

03.05.2011

Jewish Gangsters Greatest Hits

Das organisierte Verbrechen in den Vereinigten Staaten ist in unseren Augen hauptsächlich von den klassischen sizilianischen Paten geprägt worden. Über den durchaus relevanten jüdischen Anteil an der Unterwelt und den daraus resultierenden Einfluss auf die amerikanische Musikkultur gibt uns diese phantastische CD inklusive 60-seitigem Booklet Auskunft. Von TOM ASAM

 

Vor allem in Europa überlagerte der Mythos der Dominanz der italienischen Mafia, nicht zuletzt aufrechterhalten durch zahlreiche Filme, die Bedeutung der Gangster jüdischer Herkunft. Vor etwa hundert Jahren verließen zahlreiche Juden den alten Kontinent Richtung Amerika. Die ökonomische Lage in den Schtetls Osteuropas war miserabel, Diskriminierungen und Pogrome kamen hinzu. Von 1881 bis 1914 kamen zwei Millionen osteuropäische Juden, ein Großteil davon aus Russland, in der neuen Welt an. Bis 1924 war ein Drittel der osteuropäischen Juden ausgewandert.

 

Vor allem in den Metropolen an der Ostküste mischte sich die jüdische Musikkultur schnell mit afro-amerikanischem Jazz, jiddische Songs und Schlager fanden ihren Weg in die Mehrheitskultur. Der Swing, der schwarze und jüdische Musik fusionierte, war für jüdische Musiker wie Benny Goodman eine Chance, die ethnischen Grenzen zu überschreiten und in der Unterhaltungsbranche zu Ruhm und Reichtum zu gelangen. Gleichzeitig entstand neben der Unterhaltungswelt natürlich auch eine Unter- bzw. Halbwelt, die Kosher Nostra schuf sich eigene Strukturen und Geschäftsfelder jenseits der Legalität. »Die Sizilianer und wir sind größer als U.S. Steel«, sagte Meyer Lansky, eine der schillerndsten jüdisch-amerikanischen Unterwelt-Gestalten in einem FBI-Abhörprotokoll – der Satz taucht in Coppolas Der Pate auf.

 

Künstler und Kurator des jüdischen Museums Wien, Oz Almog, widmete dem Thema eine viel beachtete Ausstellung. Shantel, der sich schon in seiner Diplomarbeit mit dem Thema Organisierte Kriminalität beschäftigte, begann eine intensive Recherche. Er suchte die Stücke für die vorliegende Anthologie zusammen und beschäftigte sich mit dem Mythos Kosher Nostra, vor allem mit den Verbindungen zwischen Unterwelt und Musikgeschichte der USA. Shantel zauberte dabei rare und vergessene Stücke hervor. Wer weiß schon (noch), dass Connie Francis ein komplettes Album mit jiddischen Liedern eingesungen hat oder dass Tom Jones einen Song mit dem Titel My yiddische Mamme aufnahm?

 

Die hier versammelten Stücke verdeutlichen, wie sich verschiedene ethnische Szenen und ihre Kunst in der neuen Welt ihren Weg in den Massengeschmack suchten. Die große Stilvielfalt der Stücke aus den 20er bis 60er Jahren macht diesen Tonträger absolut kurzweilig. Vom Bucovina Club der letzten Jahre geht es nun in die Revuetheater, Musikclubs und Spielcasinos längst vergangener Tage. Das sehr ausführliche Booklet führt in die Thematik Kosher Nostra ein und erläutert die ausgewählten Musikstücke.

 

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Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

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