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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:25

Elbow: build a rocket boys!

14.04.2011

Sympathische Überflieger

Als wohl weder die Band noch sonst wer noch daran geglaubt hatte, ist es passiert. Durch den Gewinn des vielbeachteten »Mercury-Prices« 2008 wurde aus dem ewigen Geheimtipp doch noch eine große Nummer. Was ja für den darauf folgenden Part des Werkes einer Band eher selten positive Auswirkungen hat. Doch Elbow bleiben sich und ihren Fans treu. Von TOM ASAM

 

Auch auf ihrem fünften Album geht die Band aus Manchester unbeirrt ihren Weg. Keine Spur von Stagnation oder Verkrampfung angesichts höchster Erwartungen seitens Plattenfirma und einer mittlerweile extrem vergrößerten Fanschar. Stur stellen sie mit The birds einen achtminütigen Progsong über die Freuden der Vogelbeobachtung an den Anfang von Build a rocket boys! Der Albumtitel ist nicht als Song zu finden, sondern als Textzeile im zweiten Song Lippy kids. Auch dieser ruhige coming of age Song ist nicht gerade ein aufs Radio schielender Hitanwärter. Direkt ins Hirn und ins Herz schraubt sich umgehend das folgende With love. Der reduzierte Gospel-Song wurde, wie einige weitere Stücke des Albums, mit Unterstützung eines Jugendchors eingespielt bzw. -gesungen.

 

Das hört sich vielleicht nach im langweiligen Sinne erwachsen gewordenen Bandspielereien an, doch keine Angst! Die Mannen um den so charismatischen wie grundehrlich daherkommenden Sänger Guy Garvey verstehen es einfach perfekt, reduzierte Parts und Pathos, sperrige Momente und überraschende Wendungen zu verbinden - ohne zu nerven. Während vor zehn Jahren auf dem Debut Asleep in the back nicht einmal das Wort »Love« zu finden ist, wird es nun in einem Song hundertmal herausgeschrien. Doch wirkt das alles glaubhaft. Bis auf Guy sind alle Bandmitglieder mittlerweile Väter und der Blick auf das Leben hat die wütende Energie der Jugend verloren. Allerdings hat man das Reflektieren deshalb längst nicht an den Nagel gehängt. In High Ideals denkt Guy darüber nach, ob die Familienidylle nicht die Gefahr mit sich bringt, politische wie gesellschaftliche Ideale zu vernachlässigen.

 

Jeder wird auf diesem Album dieser phantastischen Band (die wohl einer der letzten relevanten aus dem Bereich, den man mal etwas wage als Britpop umschrieben hat, ist ) seine Favoriten finden. Und sich dabei fühlen, wie zu Zeiten als er dachte, er könne mit einer Rakete ins All fliegen. Tolle Songs, große Ideen und über allem natürlich die zugleich gefühlvolle wie »verlebte«, göttliche Stimme von Guy Garvey.

 

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