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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:26

Toms Schnellgericht

14.04.2011

Living in Stereo

Klar, der Musiker lebt in seinen Songs. Er lebt mit ihnen in Studios und auf Bühnen. Die Songs selbst finden sich zum Glück zu einem guten Teil noch auf haptisch begreifbaren Tonträgern, verpackt und verziert mit Covern. Den folgenden, aktuellen Veröffentlichungen ist gemein, dass die Cover, also die Tonträger-Behausungen wiederum Behausungen anderer Art zeigen. Von TOM ASAM.

 

Channel in Channel out, komischer Bandname auch. Dazu ein richtig schönes Haus auf dem Cover, so wie ein Kind es malen würde. Erst als der Blick auf das Logo des Plattenlabels »Karaoke Kalk« fällt, bin ich mir sicher, etwas Spannendes hinter diesem Haus zu entdecken. Marcus Cotten kommt von der amerikanischen Westküste und vermittelt uns seine Inspirationen und Beobachtungen in hörbarer Form als ChinChout. Dabei fusioniert er verschiedene Stile und Genres. Am ehesten könnte man The author and the narrator als Indietronics bezeichnen. Leicht verschrobene, dahin hoppelnde Electronica verschmelzen mit einem traditionellen Singer-Songwriter-Ansatz. Das ist an sich nichts Neues, positiv fällt hier allerdings auf, dass die Songs weder über einen formelhaften Aufbau noch über einen zu großen Überbau verfügen. Denn es hat Cottens hohe, leicht nasale Stimme bereits schon eine besondere Wirkung. Auf dem ruhigen Invalid entry and the enchanting word etwa reichen seine Stimme, Akustikgitarre und Hubschrauber-artige Sounds im Hintergrund völlig aus, um ein eindrucksvolles Stimmungsbild zu zeichnen. Affirmation confirmation ist gar nur ein skizzenhaft wirkendes (Quasi-)Instrumental, weiß aber zu fesseln. Sympathische Kauz-Platte.

 

Große Nostalgiker haben Sinn für romantische Töne. Sie malen ihre Häuschen bunt an und lieben die Musik eher traditionell. Im Falle von The great nostalgic ergibt sich daraus ein formidables, Popalbum voller Traditionsbewusstsein. Jingle-Jangle-Guitars, eine knackige Rhythmusabteilung und tolle Melodien. Hope we live like we promised heißt das zeitlose Kleinod für Fans von Big Star bis Wolf Parade.

 

Der richtige Freak braucht gar kein Haus, sondern wohnt im Baum. Haus, Kopf, Baum – der Pop ein Traum. Die Franzosen von Gablé klöppeln einen gleichsam kunstvollen wie organischen Soundteppich. Sie lieben ausgefallene Shows, sind mit Senioren- wie Kinderchören aufgetreten, machen Musik mit Staubsaugern und nutzen seltsame Instrumente. Songtitel lauten schon mal 0000, CyaNuRe oder eeZy Peezy. Sie erinnern auf CuTe HoRSe CuT mit ihren tollen Stücken an eine Mischung aus den famosen Electric President und Grasscut – nur erdiger, geschüttelt und gerührt und mit der extra Portion Anarcho-Charme präsentiert. Ein absoluter Tipp!

 

Islaya schließlich scheint weder Kleider noch Häuser zu brauchen. Sie wohnt in ihrem Hut! Die in Berlin lebende Finnin ist eine visuelle Künstlerin, die auch auf auditiven Output nicht verzichten möchte. Auf ihrem vierten Album Keraaminen Pää singt, spricht und flüstert sie gegen Klavier, Orgel und elektronische Soundsprengsel an. Entrückter, individueller Psych-Folk aus dem Norden Europas, der auch unter nordamerikanischen Musikern von Format schon seine Anhänger gefunden hat. Thurston Moore von Sonic Youth ist bekennender Fan, die super hippen Animal Collective nahmen Islaja gar schon als Support für ihre US-Tour mit. Da röhrt der Elch bezaubert

 

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07.06. Hannover, Musiktheater Bad
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21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

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