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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:27

Kafka: Geografia / Mashrooms: Mashrooms

21.04.2011

Ohne Schwammigkeiten

Krautrock ist ein untergegangenes Genre, sollte man meinen. Die Zeiten von Can, den verschiedenen Amon Düül-Ablegern und Neu! sind vorbei. Zwei junge italienische Bands, Kafka und Mashrooms, nehmen sich der totgesagten Tradition an und versuchen, sie weiterzudenken. Das klappt bei der einen mehr, bei der anderen weniger. KRISTOFFER CORNILS verrät, bei welcher.

 

Kafkas drittes Album wartet mit der Wiederentdeckung des Wah-Wah-Pedals auf, die sorgfältig geschichtete Musik bekommt ihren Drive vor allem durch die straighten Rhythmusgitarren, die durch langsame Soli komplementiert werden. Der Band gelingt ein homogener, psychedelischer Tranceteppich, der trotz seiner zahlreichen Rückbezüge auf das Krautrock-Genre und den mittleren Pink Floyd bei Weitem nicht angestaubt klingt. Trotz seiner sehr langsamen Entfaltung kommt Geografia nicht langweilig oder kitschig-verstrahlt um die Ecke, sondern legt sich angenehm auf den Vorderlappen, lässt trotz seiner Mantrahaftigkeit viel Platz für Imaginationsraum.

 

Anders sieht es da schon bei Mashrooms selbstbetiteltem Album aus. Die Sizilianer knallen eine Diversität an Einflüssen auf den Tisch, die sie nicht wirklich zu bündeln wissen. Mal wird da noisig rumgerockt, mal etwas post-rockig dahergeträumt, aber zu einem wirklichen Punkt kommt das Album nicht. Es klingt zu beliebig, zu sehr nach einem Radioprogramm experimenteller Ausrichtung, lässt Identität vermissen. Nach knapp über einer halben Stunde geht Mashrooms dann auch schon die Puste aus, während Kafka noch munter weitergrooven. Diese lassen jedenfalls darauf hoffen, dass Krautrock nicht nur wieder neu entdeckt, sondern auch in einer erfrischend modernen Version abgeliefert werden kann, ohne sich in den Schwammigkeiten zu verlieren, die Mashrooms zu Fall bringen.

 

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