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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:30

Haight-Ashbury: Here in the Golden Rays

28.04.2011

Der Fall vor dem Rise

Rechtzeitig zu den ersten warmen Frühlingstagen beschwören die Schotten Haight-Ashury die mythische Summer-of-Love-Ära. Ganz schön clever, findet JOHANNES DOBROSCHKE. Aber clever ist David Guetta auch.

 

Werber aufgepasst! Auch in diesem Sommer wird wieder irgendein Klamottenlabel oder Waschmittelproduzent von euch verlangen, dass ihr sein neues Produkt emotional mit ordentlich Flower-Power aufladet. Darf auch gerne sexy sein und so'n bisschen zugedröhnt. Kommt immer gut bei der Sommerkollektion. Der Dreh mit den angeschickerten 16-jährigen ist schnell gemacht, aber dann beim Schnitt immer dieses Musikproblem: MGMT waren ja schon letztes Jahr zu teuer.

 

Nicht verzweifeln, denn dafür gibt es ja jetzt Haight-Ashbury! Die Schotten klingen auf ihrem Debut Here in the Golden Rays fast wie der Zusammenschnitt aus der Summer-Of-Love-Sampler-Werbung nachts im Fernsehen und ihre Mischung aus hauchigem Hippiemädchengesang, Meg-White-Drums, Wolfmother-Gitarren und Sitar ist auch exakt eine Werbespotlänge lang originell.

 

Herrlich für den Werber, unbefriedigend für den Musikkonsumenten, der bei Gefallen aus 30 Sekunden auch mal 30 Minuten oder mehr machen will.

 

Dieser wird auf Here in the Golden Rays mit wahllos aneinander gereihten Spätsechziger Blues-Rock und Psychedelic-Folk-Zitaten zwischen Beatles, Velvet Underground und Jefferson Airplane abgefüllt, bis sie ihm zu den Ohren wieder herauskommen. Nur selten blitzt mal eine nette eigene Idee des Girl-Girl-Boy-Projekts aus Glasgow auf.

 

Ihren Namen haben Haight-Ashbury dem berüchtigten Viertel von San Francisco entliehen, in dem die Hippie-Bewegung ihren Höhepunkt fand, um dann ebendort im Dauerrausch auf den Abgrund zuzurasen. Genau das blüht den schottischen Neo-Hippies, wenn sie ihre Vorliebe für Zitate in Zukunft nicht subtiler ausleben. Wir fordern: besseres LSD für Glasgow!


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