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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:30

Toms Schnellgericht

28.04.2011

Träume vom Fliegen

Einige aktuelle Veröffentlichungen verweisen mehr oder weniger deutlich auf den alten Menschheitstraum vom Fliegen. Und reichen uns oft nicht schon ein paar schöne Songs zum Abheben? Gehört von TOM ASAM.

 

Kimmie Rhodes ist eine wirklich große Country-/Folksängerin und Songschreiberin. Unter anderem Amy Grant, Mark Knopfler, John Farnham oder Peter Frampton nahmen Songs von ihr auf. Ihr Album West Texas Heaven wartete 1996 mit den Duet-Partnern Waylon Jennings, Townes van Zandt und Willie Nelson auf. Hierzulande ist sie vermutlich längst nicht so etabliert wie in den USA, aber jeder, der auf schöne Songs mit Country- und Folkwurzeln und eine engelhafte Stimme steht, liegt auch bei Kimmies neuesten Album dreams of flying goldrichtig. Für Fans von Lucinda Williams oder Emmylou Harris Pflicht.

 

The World/Inferno Friendship Society sind Romantiker mit dem Herz der Rebellen. Sie wollen dem Inferno per gutem alten Fesselballon entgehen. Musikalisch unterlegt wird der Untergang mit einer Big-Band-artigen Mischung aus Weill/Brecht-Anleihen, Dexys Midnight Runners Fake-Souligkeit und Pogues Party- und Trinkerlaune. Die acht bis zwölf Musiker umfassende, unter anderem aus Mitgliedern von Against Me!, Hold Steady, Balkan Beatbox und Scumbucket bestehende Combo dürfte in erster Linie live per Stagediving zum Fliegen motivieren.

 

Wer ist kranker als der Wicker Man - klar, der Sicker Man. Alles andere als krank ist aber die Musik von Tobias Vethake. Der gebürtige Gütersloher ist studierter Musiker und arbeitet vor allem im Bereich Theater. Mit Nowhere Enterprise erfüllt er sich den Traum vom weitgehend alleine durchgezogenen Indietronica- oder Folktroníca-Album. Klassische Instrumente treffen auf Synthesizer und Kinderspielzeug. Die Hochphase für derartige Soundclashs liegt hinter uns, und so dürfte das Album kommerziell gesehen ein sehr kurzer Flug mit harter Landung sein (siehe Rodeo-Cover). Aber der Sicker Man ist sicher einer, der bei der Musik seinem Herzen folgt. Und da das Album auch wirklich gelungen ist, darf man es durchaus als einen seltenen Tipp aus deutschen Landen in dieser Richtung bezeichnen. Notwist-Fans sollten reinhören.

 

Ganz anderer Flugplatz: Das klaustrophobische Libellen-Cover Hal Flavin verweist dann vielleicht doch eher auf drogenmäßigen Abflug. Die in Luxemburg (!) gegründete Formation empfiehlt sich mit dieser 5-Track-EP für weitere Taten. Selbst produzierter funkig-waviger Elektropop mit Kanten. Frühe Ultravox aus der Mikrowelle, da gibt’s schlechtere Schnellgerichte.


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Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

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