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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:16

Uxia: Danza das areas / Hotel Bossa Nova: Bossanomia

05.05.2011

Keine Sekunde Beliebigkeit

Uxia ist eine großartige Sängerin aus dem an Portugal angrenzenden Galizien im Nordwesten Spaniens. Liza da Costa ist eine in Deutschland lebende Sängerin mit portugiesisch-indischen Wurzeln. Zwei (musikalische) Grenzgängerinnen, zwei außergewöhnlich schöne Platten. Von TOM ASAM.

 

Danza das areas ist das zweite Album einer Künstlerin, deren Werke wohl üblicherweise mit dem Attribut »Weltmusik« bedacht werden. Die Galizierin mit der sanften, aber kraftvollen Stimme verbindet traditionelle Musik mit Ansätzen aus Pop und Jazz. Tradierte Ansätze fließen zusammen mit zeitgenössischen Einflüssen. Ob Kunstlied oder Kinderchor, hier kommt vieles zusammen, ohne das auch nur eine Sekunde Beliebigkeit herrschen würde. Uxia ist seit Jahren fester Bestandteil der Folkszene Galiziens und ihre Stimme schmückt die Alben diverser Musiker. Im Gegenzug wurde sie auf dem jetzt völlig zu Recht wieder veröffentlichten Album, das eines ihrer Schlüsselwerke ist, von diversen Gastmusikern unterstützt. Violinist Quim Fariña sowie die Sängerin Guardia Galego von Berrogüetto wirken mit. Ebenso die Gaitaspieler Xosé Manuel Budiño und Susana Seivane. Die katalanische Sängerin Maria del Mar Bonet unterstützt Uxia passenderweise auf O mar anda. Weitere Gäste: die Schottin Karen Matheson von Capercaillie und die portugiesische Sängerin Dulce Pontes.

 

Die Instrumentierung ist vielfältig und abwechslungsreich. Zusammengehalten werden alle musikalischen Zutaten von der präsenten, melancholischen Stimme Uxias. Diese Musik ist so zeit- wie grenzenlos und erinnert einen daran, wie reichhaltig der Kulturschatz Europas ist. So sehr es auch Spaß macht, den neuesten Schreien der Popkultur zu lauschen, so aufbauend und beglückend ist die Kunstfertigkeit und Lebensweisheit, die aus einem Album wie Danza das areas fließt. Wahrlich ein akustisches Lebenselixier.

 

Liza da Costa (welch ein Name!) und ihre Mitstreiter legen als Hotel Bossa Nova mit Bossanomia ihr drittes Album vor. Die Tatsache, dass sie einen Hafen beim renommierten Jazzlabel »Enja« gefunden haben, darf für die einen gerne eine wegweisende Erwähnung sein, sollte jene, die bei dem Wort Jazz eher zögerlich reagieren, jedoch nicht abhalten. Während die Formation in Anfangstagen dem Namen entsprechend noch weitgehend klassischen Bossa Nova darbot, werden mittlerweile Einflüsse von Fado über Flamenco in den Bandsound integriert. Trotz vertrackter Rhythmen und komplexen Gitarrenläufen dominieren Leichtigkeit und Poesie. Die Songs – allesamt Eigenkompositionen – werden von Liza in portugiesischer Sprache vorgetragen.

 

Inhaltlich beschäftigt sich die Sängerin in ihren Texten weniger konkret als zuvor mit dem Thema Liebe (zu Menschen und zum Meer), sondern mehr mit der Herausforderung, mit sich selbst im Reinen zu sein und den dafür nötigen Veränderungen. Abschließender Höhepunkt eines so emotionalen wie abwechslungsreichen Albums ist das 15-minütige La Suite, eine kleine Bossa-Sinfonie, in der sich alle Musiker noch einmal richtig austoben können.

 

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