Johannes Enders ist als experimentierfreudiger Jazzer bekannt, der in wechselnden Besetzungen und Formationen musikalische Möglichkeiten auslotet. Berührungen mit Electronic, Minimal Music und (Post-)Rock erweitern den Horizont des Tenorsaxophonisten aus Weilheim in Oberbayern. Der 44-jährige war bereits an rund 100 Alben beteiligt. 2010 erschien ein Enders Room Album, eine Zusammenarbeit mit dem Jazz Baltica Ensemble und Divertimento für Tenorsaxophon und kleines Ensemble, letzteres in Zusammenarbeit mit Carl Oesterhelt. Billy Rubin ist eine klassische Quartetteinspielung, die vor allem die langjährige Freundschaft Enders zum 70-jährigen Schalgzeuger Billy Hart feiert. Der US-Amerikaner hat mit unendlich vielen Musikgöttern von Otis Redding über Hendrix bis Herbie Hancock gespielt und half Enders nun, ergänzt durch Jean Paul Brodbeck (Piano) und Milan Nicholic (Bass) dieses wunderbare Album zu veredeln. Die sieben Aufnahmen zu Billy Rubin entstanden an einem einzigen Tag.Das Zusammenspiel ist elegant und maßvoll, exponierte Soloeskapaden unterbleiben, was einen hypnotischen Fluss der Musik begünstigt. »Auf das wir die Anfechtungen des Alltags hinter uns lassen und in diesen Klängen Zuflucht finden« heißt es in den Liner Notes. Genau der richtige Einstieg in einen entspannten Sonntag Nachmittag.