Das Einzige was einem hier aufstoßen könnte, ist die Tatsache, dass einem bei den Wörtern Congotronics/ Belgotronics die alles andere als unproblematische historische Verwicklung des kleinen Landes Belgien in kolonialen Größenwahn in den Kopf kommt. Historische Besonderheit: nicht der belgische Staat beutete den Kongo aus, König Leopold II. ließ sich seinen Grunderwerb in den unerforschten Tiefen Afrikas als Privatbesitz anerkennen. Schätzungen zufolge sind in 23 Jahren gewaltsamer Fremdherrschaft unvorstellbare 25 Millionen Kongolesen ums Leben gekommen. Aber das hat natürlich nichts mit dem großartigen, mutigen Trio Hoquets zu tun.
Mit handgefertigten Instrumenten, die aus Brettern, Blechdosen und Müll zusammengeschraubt sind, legen sie los – und erzielen süchtig machende Resultate, die auf der einen Seite durchaus vertraut, andererseits von einer gewissen Exotik beseelt scheinen. Rauer Indiepop mit Do it yourself-Ästhethik und unwiderstehlichem Groove. Diese Band bringt einen sympathischen Punk-Geist in ihr postmodernes Soundgebräu; in ähnlichem Maße, wie die Beastie Boys ihn in den weißärschigen Hip-Hop gebracht haben. Sehr, sehr kurzweilig und mehr als bloß o.k.
