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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:19

The Fiftyniners: Psychorama

19.05.2011

Psychobilly aus Pescara

In die Sattel, fertig, los! Eine Mischung aus Rock, Psychobilly und – Achtung: Country ließ LIA DOLFUS hellhörig werden.

 

The Fiftyniners aus Pescara, Italien, schießen mir hier mit ihrem zweiten Studioalbum Psychorama, das am 06.06.2011 bei Twelve Records erscheinen wird, eine gute Ladung Westernflair um die Ohren.

Schon das Intro lässt mich förmlich sehen wie Terence Hill´s blaue Augen über einer dürren Steppe leuchten. Lagerfeuer prasseln, Bohnen bruzzeln im Topf – das Übliche.

 

Ganz und gar unüblich finde ich die Mischung, die The Fiftyniners hier auffahren, vor allem, nachdem mich die Aufmachung der CD schon die erste, voreingenommene Denkschublade öffnen ließ. »Aha, typisch Rockabilly!« sagt nämlich das Cover, das eine Dose Haarpomade zeigt, auf der in Mistfits-Schriftart der CD-Titel prangt; darunter sind – natürlich – Totenschädel zu sehen. Und – auch natürlich – diese haben Rockabillyfrisuren. Hinten ist eine Billardkugel zu sehen, die eine 59 zeigt, darunter ein umgekipptes »)« was das Ganze zumindest für mich so aussehen lässt, als ob die 59 grinst. Was der Künstler damit sagen will? Keine Ahnung! Neben etlichen Details zur Band, Danksagungen und Songinfos, natürlich alles im bereits erwähnten Stil, wartet die Rückseite des Covers dann grandioserweise mit einem Miniposter auf. Dieses zeigt die drei Fiftiyniners, Nick Nitro, Speedking und T- Bone (ein Schelm, der Böses, z.B. das Wort »Klischee«, dabei denkt!), in Marmorsärgen liegend, ihre Instrumente vor sich stehend. Ich brauche dem wohl nichts mehr hinzuzufügen, das Bild erklärt sich von selbst und schließt den vorurteilsbehafteten Kreis.

 

Positiv überrascht war ich also von den zum Großteil überwiegenden Country- Klängen. Zum Musikalischen der Platte Psychorama an sich bleibt eigentlich gar nicht viel zu sagen. Sie ist nicht herausragend, aber erfrischend. Nicht einzigartig, aber authentisch. Sehr cool ist natürlich, dass der Basser T- Bone einen »Bone-Bass«, genauer gesagt einen Kontrabass mit Skelettbemalung spielt, was nicht nur die Optik, sondern auch den Klang beeinflusst.

 

Alles in Allem also ein super Soundtrack für Nächte im Pfadfindercamp, Rockabilly-Ausbildungslager oder begleitend zu Parties unter dem Motto »Vier Fäuste für ein Halleluja«. Im Auto macht sie sich aber auch ganz gut!


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