Welche Art von Aufstand mag es wohl sein, den Ra Ra Riot mit The Orchard anstiften? Der Streik der Erntehelfer? Orchard ist der Obstgarten, und die Früchte sind hier gar all zu bunt und süß, wie bereits der einleitende Titelsong belegt. Boy besticht durch tolle Bassläufe, ansonsten sind es vor allem die fein ausgetüftelten String-Arrangements die aus den sommerlich lauen Popsongs herausragen. Bei Massachusetts frage ich mich, ob es wirklich nur der Songtitel ist, der mich an die Bee Gees erinnert. Oder hören wir eher eine Neonvariante von Fleetwood Mac? Das in den USA bereits 2010 erschienene zweite Album von Ra Ra Riot macht es einem nicht leicht. Zunächst erscheint alles zu seicht und oberflächlich. Mit wiederholtem Hören merkt man jedoch, dass mit Hilfe von Death Cab for Cuties Chris Walla und Rostam Ratmanglij von Vampire Weekend als Produzenten hier ein detailreiches Popalbum entstand, in dem man durchaus für längere Zeit neue Nuancen entdecken kann – und das trotzdem nicht voll überzeugt. Es ist wie im echten Leben: meist kauft man das makellose Obst aus dem Supermarkt und ist damit zufrieden. Irgendwann will man aber wieder einen wurmstichigen Apfel aus Omas Garten.