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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:24

Toms Schnellgericht

26.05.2011

Luschiorgel und Spacedub

Die elektronische Fünfminuten-Terrine – jetzt ohne künstliche Zusatzstoffe. Von TOM ASAM.

 

Das 2007 von David Kennedy, Ben Thomson und Kevin Mc Auley gegründete Label Hessle Audio verknüpft Dubstep-Entwicklungen mit verschiedensten Einflüssen aus dem Bereich Elektronischer Musik. 18 Veröffentlichungen in vier Jahren sind nicht viel, hier geht Qualität über Quantität. Beides verbindet am elegantesten Kennedy, der sich als Ramadanman und Pearson Sound einen hervorragenden Produzenten-Namen gemacht hat. Unter beiden Pseudonymen ist er hier vertreten, natürlich ist auch Mc Auley als Pangaea dabei. Sowohl das famose You and I als auch Why – beide zuvor als 12" gefeiert, sind auf der Doppel CD/ dreifach Vinyl vertreten. Luschiorgel und Spacedub für den Genießer. Neue (CD1) und bewährte (CD 2 )Hessle-Highlights inklusive James Blake sind wärmstens zu empfehlen, außer man hat ein Promo-Vorabexemplar und muss sich alle Minuten »You are listening to a hessle audio promo« reinquaken lassen. Das wird schnell hassle.

 

Irgendwer gab Arnaud Rebotini Religion. Als Hälfte von Black Strobe vielleicht bekannt, predigt er nun solo und huldigt dabei vor allem dem analogen Handwerk. Someone gave me religion lässt die EBM-Einflüsse von Black Strobe zwar durchscheinen – Vers 808 im Soundgebetsbuch wird aufgeschlagen – Nebengötter von Klaus Schulze bis zum Jahrtausendwende-Electroclash werden aber geschickt integriert. Gelungene Vorstellung, Monsieur Rebotini.

 

Einen gewissen Dancefloor-Retrocharme birgt das Debut von Arthur Oskan aus Kanada in sich. Toronto wird hier zur Schwesterstadt von Detroit. Deep, dark and bassy bouncing. Hymnisch-hypnotischer Techno für die frühmorgendliche Dancefloor-Runde oder die spritraubende Autobahnraserei. Nicht weniger als a little more than everything.

 

Phlox ist die Flammenblume. In Wien blüht auch flammender Clubsound, der nichts auf Attribute wie Wiener Schule und Downbeat-Kaffeehaus-Gemütlichkeit gibt. Das junge Phlox-Label ist eher international ausgerichtet und auch in der Soundauswahl flexibel. Von Dubstep bis zum experimentellen Bastelbeat ist hier einiges vertreten, aber kein Fahrstuhlsound. Höchstens für den zur Hölle. Die Labelchefs Gerhard Potuznik und Tausendsassa Hans Platzgumer sind als GDX, Dibek bzw. Aura Anthropica vertreten, dazu kommen Acts wie Dmitry Mazurov, M Step oder Otzim Lee. Der interessanteste Jahresbericht, den ich kenne – eine wahre Fundgrube!

 

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06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

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