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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:30

Tim Holehouse: Grit

23.06.2011

Tausch mit dem Teufel

Der Brite Tim Holehouse hat bisher noch fast jedes gitarrenorientierte Genre durchreist. Black Metal, Sludge, Indie oder Hardcore – da fehlt ja eigentlich nur noch schweinerockiger Blues und der Sohn eines Seefahrers kann sich zur Ruhe setzen. Wenn der Teufel ihn lässt. Der ist schließlich immer mit von der Partie, hat KRISTOFFER CORNILS herausgefunden.

 

Der alte Seelenfänger ist jedenfalls in den Songtiteln und Texten des Albums Grit omnipräsent. Und irgendwie muss es da auch einen Deal gegeben haben, das dürfte selbst der letzte Atheist nicht bestreiten können. Die gutturale Reibeisenstimme des musikalischen Tausendsassas lässt sich jedenfalls kaum rational oder medizinisch erklären, selbst einige Liter Bourbon und rund hundert filterlose Rothändle könnten das kaum leisten. Beste Voraussetzungen für ein Album, das zwischen Blues und Schweinerock alles versammelt, was mit erhöhtem Testosteronspiegel gut abgeht. Nicht, dass Grit ein stumpfes Mach(o)werk wäre. Die knochentrockene Produktion ist mit einigen Überraschungsmomenten gespickt. Ein leicht punkiger Singalong wie in The Devil Went To Georgia oder Hammondorgeleinsätze sorgen für reichlich Abwechslung zwischen den straighten Smashern mit Bluesskelett, die Holehouse nicht nur mit der nötigen Raubeinigkeit, sondern hier und da auch mit großen Melodien unterfüttert. Wenn die halbe Stunde Musik dann mit Long Road To Nowhere ausläuft, tut man gut daran, sich noch einmal nachzuschenken, das Päckchen Filterlose aus der Brusttasche zu fischen und sich dem irgendwie schon klischeehaften und gerade deswegen ursympathischen Kosmos des Briten zu geben, der mehr nach Südstaaten klingt als der größte texanische Redneck. Wenn der seine Seele für dieses Album verkauft hat, war das ein immer noch ziemlich lohnenswerter Tausch.

 

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