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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:31

Tennis: Cape Dory

30.06.2011

Was Einsamkeit hervorbringt

Tennis. So nennen sich Patrick Riley und Aliana Moore. Die beiden Amerikaner lernten sich auf dem College kennen. Beide absolvierten hier ein Philosophiestudium. Später verschlug es sie zusammen auf ein Segelboot, mit dem sie die Welt erkundeten. Das klingt wie im Film. Den Soundtrack dazu präsentieren sie nun auf ihrem ersten Album Cape Dory. Ziemlich authentisch – wenn auch nicht unbedingt besonders, findet JULIAN SCHRAVEN.

 

Schmeißt man die Platte ein, überlegt man wohl als erstes, wo und wann die beiden gesegelt sind, denn richtig modern klingt diese Musik nicht. Eher wie eine Coverband der 60er Jahre. Eine starke Frauenstimme legt sich über die üblichen Instrumente. Schlagzeug, Bass und Gitarre schaffen eine amerikanische Kleinstadt- und Sommeratmosphäre. Das ganze recht unkompliziert und ruhig. Take Me Somewhere ist somit der Prolog zu einem Album, welches wohl irgendwie nach Sehnsüchten eifert und beispielsweise mit den Gedanken an Sonnenuntergänge spielt.

 

Sehr authentisch

Die beiden Musiker wirken in dem, was sie da singen – und sei es wie im Titelsong Cape Dory nur »Schalala« - recht authentisch und vertrauenswürdig. Und – keine Frage – Man kauft ihnen ab, was sie anbieten. Schon an den Songtiteln wie Long Boar Pass, Seafarer oder Waterbirds erkennt man, dass die Platte verarbeitet, was die beiden Protagonisten erlebt haben.

 

So geht es mit entspannenden Rhythmen, angenehmen Gitarrenriffs und der ein oder anderen Verspieltheit durch die sieben Weltmeere. Das Ganze inklusive einiger Begegnungen. Natürlich haben die beiden Seefahrer dabei immer eines mit im Gepäck: Die Liebe.

 

Zu spät geboren?

Bei all der Harmonie stellt sich am Ende die Frage, welche Gesamtintention hinter der Platte steckt. War der Kutter, auf dem die beiden gesegelt sind, so alt, dass es nur 60er Jahre-Musik gab, oder sind die beiden einfach zu spät geboren, um ihre Musik mit ausreichend Zeitgenossen zu teilen?

Die Platte ist gut gemacht, wird jedoch sicherlich von vielen direkt als »alter Kram« abgetan. Man muss eben etwas genauer hinhören.

 

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