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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:34

Orchestre Poly-Rythmo: The 1st Album (1973) & Cotonou Club ROB / Funky Rob: Way (1977)

30.06.2011

Afrika (Re-)vistited

Die Quellen für atemberaubende Wiederveröffentlichungen afrikanischer Soundschätze der letzten Jahrzehnte versiegen nicht. Und manche Legenden musizieren und veröffentlichen gar noch! Von TOM ASAM.

 

Das  Orchestre Poly-Rythmo (De Cotonou ) gehört zu den innovativsten westafrikanischen Bands und besitzt in seiner Heimat einen fast schon mythischen Ruf. Das Orchestre wurde 1968 in Cotanou gegründet. Das ist die Wirtschaftliche Metropole Benins, einem Land das auch einmal als Dahomey bekannt war, und zwischen Nigeria und Ghana liegt. Ihr Sound verbindet die Vielzahl spiritueller Rhythmen der traditionellen Musik Benins mit westlichen Stilen wie Funk und Soul sowie einer Prise Latin. Diese energische Kombination half, die moderne Musik des Landes deutlich zu prägen. Überregional in Erinnerung blieben in Bezug auf afrikanische Polyrhythmik jedoch in erster Linie der von Lagos aus agierende Fela Kuti. Den Diggern von Analog Africa ist es zu verdanken, dass man nun, das erste Album des Orchestre wieder hören kann. Es wurde ursprünglich zweimal eingespielt, da bei der ersten Fassung wohl ein defekter Verstärker den Klang versaute. 1973 auf Vinyl erschienen, wurde die Platte schnell zur Rarität. Die vier, zwischen sechs und 12 Minuten langen, Stücke bestechen durch ihre psychedelisch-rhythmische Wirkung und eine große Individualität.

 

Als Einstieg in die Klangwelt des Benin-Sounds empfiehlt sich vielleicht, das neue (!), kürzlich veröffentlichte Werk des Orchestre Poly-Rythmo, bezeichnenderweise Cotonou Club benannt. Keinen Deut weniger energiegeladen als in vergangenen Tagen, klingt das Ganze heutzutage einen Tick relaxter; teils wendet man sich gar Richtung Salsa. Gastauftritte von Angelique Kidjo sowie Nick und Paul von Franz Ferdinand deuten auf ein wiedererstarktes Interesse an den Lebensfreude spendenden Klängen von der Küste Westafrikas.

 

Für alle, die in den 70s weitergraben wollen, haben die Leute von Analog Africa ein weiteres Schmankerl am Start: Rob »Roy« Raindorf aka ROB mit seinem 1977 erstmals veröffentlichten Dampfhammer Funky Rob Way. Der 1949 in Accra, Ghana, geborene Musiker teilte eine Weile die Bühnen Benins mit dem Orchestre Poly-Rythmo. Zurück in seiner Heimat schloss er sich der Armee-Band Mag-2 an. Army-Bands hatten den Vorteil, an gutes musikalisches Equipment ranzukommen und genossen nicht unbeträchtliche Privilegien wie eine gesicherte medizinische Versorgung – und natürlich ein stets vergnügungswilliges Publikum. Obwohl unter dem Namen ROB veröffentlicht, sind Mag-2 bei dieser Scheibe mit am Start. Bei ROB ist die Liebe zum afroamerikanischen Funk deutlicher im Vordergrund als bei seinen Freunden im Benin. Otis Redding und James Brown gehören zu seinen Vorbildern, die Bläser tröten nach vorne und vertreiben die regionalen Roots ein wenig. Trotzdem eigenständig und interessant genug, um auf den Einkaufszettel zu gelangen!

 

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