Thomas Kistner: Fifa-Mafia Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) von Michael Ebmeyer Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 10:40

Toms Schnellgericht

14.07.2011

Italienische Reisen

Italien bietet natürlich mehr als Pizza und Eros Ramazotti. TOM ASAM empfiehlt aktuelle Indie-Stiefel-Häppchen – dazu ein Gläschen Ramazotti.

 

In Turin scheint es im Juli grün zu sein, das ist zumindest die Heimat von Green like july. Die halten sich aber auch gerne in anderen grünen Regionen auf. Nach einem Kreativaufenthalt in Glasgow verschlug es die reiselustige Combo nach einem Zwischenstopp in der Heimat nach Nebraska. Dort nahmen sie mit Saddle Creeks Hausproduzenten A.J. Mogis ihr zweites Album Four legged fourtune auf. Das – und die Tatsache, dass auch diverse Musiker aus der Omaha-Clique mithalfen, prägte das Album hörbar. Außer dem leichten, nicht-störenden Akzent von Sänger Nicola Crivelli deutet nichts auf europäische Wurzeln hin. Gelungenes Songwriting mit Bezug auf Folk-/Country-Wurzeln. Schönes Album.

 

Miranda sind ein Trio aus dem im Juli eher nicht so grünen Süditalien, das in den letzten Jahren diverse Stilarten ausprobierte. Auf ihrem dritten, bereits 2009 erschienenen und jetzt neu aufgelegten Album Growing heads above the roof bewegen sie sich zwischen Noiserock, Psychedelic Rock und einer Auslegung von Post-Punk wie sie hierzulande am besten den Franken von Robocob Kraus gelingt.  Knackig und direkt, wie man es von einem guten Trio erhofft. Lustige Titel gibt’s obendrauf, wie den der geheimen neuen Hymne der gelben Witzbolde: I´m your Guido.

 

Die Tarantella ist ein wilder alter Volkstanz aus dem Süden Italiens. Der Legende nach soll das ekstatische Tanzen das Gift der Tarantel aus dem Körper treiben. Nidi D´Arac, die schon seit einer kleinen Ewigkeit zusammen spielen, versetzten dem Hörer auf Taranta Container einen Tarantelstich der besonderen Art: Drum&Bass, House und Rock treffen ungebremst auf Einflüsse alter Volkslieder. Neben Gitarre und Akkordeon vibriert eine Elektro-Geige, abgeschmeckt wird das Ganze mit spacigen Effekten, Dub-Anleihen und wildem Getrommel. Gesungen wird auf Italienisch. Nidi d´Arac haben Feuer im Blut. Mit dieser Band in einen Container (oder in einem  schönen Live-Club) gesperrt zu werden, dürfte ein Erlebnis der besonderen Art sein! (Album erscheint am 22.Juli!)

 

Bei der Hobocombo handelt es sich doch tatsächlich um eine Moondog Tribute Band. Hinter dem Pseudonym Moondog versteckte sich der legendäre – im Jugendalter erblindete – Komponist und Musiker Louis Hardin. Der lange Zeit wohl eher als Spinner betrachtete Hardin lebte und musizierte jahrelang in den Straßen New Yorks und wurde in den 70ern voreilig für tot gehalten, weil er nicht mehr in den gewohnten Ecken auftauchte. Dabei war er einer Einladung nach Deutschland gefolgt. Dort blieb er kurzerhand – der 1999 verstorbene Künstler liegt in Münster begraben. Namhafte Minimalisten wie Philip Glass oder Steve Reich sehen sich von der legendären Gestalt beeinflusst. Das Trio Hobocombo rearrangiert auf Now it´s the opposite, it´s twice upon a time sieben seiner Stücke für Drum, Kontrabass, Gitarre und Gesang. Das Ergebnis ist wunderbar. Diese hypnotischen Songs mit psychedelisch-repetetiver Sogwirkung sollte man sich gönnen – und als Auftakt zur (Wieder-) Entdeckung des magischen Moondog nutzen.

 

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Unser Lieblingssufi live!!

06.06. Aachen, Musikbunker
07.06. Hannover, Musiktheater Bad
19.06. Hamburg, Uebel & Gefährlich
20.06. Berlin, Gretchen
21.06. Leipzig, UT Connewitz
22.06. ...

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