Damon Albarn lobt die Nordeuropäer nicht nur seit ihrem Debüt im Jahr 2007, er nahm sie auch mit als Support für seine Gorillaz Welttour und ließ sie an zwei Songs des Plastic Beach Albums mitwirken. Little Dragon mischten aber auch auf der Platte von David Siteks Edelpop-Projekt Maximum Balloon mit, und zuletzt auf den dem Album der vielbeachteten SBTRKT. Da wird schon klar, dass wir es hier mit topaktuellem Pop der interessanteren Art zu tun haben müssen. Und in der Tat reichen die ersten 30 Sekunden des großartigen, das Album eröffnenden Titelsongs, um zu wissen, dass man die richtige Platte in der Hand hat. Mit relativ einfachen Mitteln wird ziemlich variabler Elektropop gemacht, der an so manches erinnert, aber stets eine eigene Handschrift behält. Erdige Beats werden mit Synthie- und Keyboardsounds gepaart, die von catchy bis einigermaßen experimentell reichen. Zentrales Spektakel ist die herausragende Stimme von Yukimi Nagano. Die tollen Melodien werden nie zu süßlich, dafür sorgen analoge Elemente und relativ schräge Sounds. Dies sorgt dafür, dass wir ein Popalbum der Güteklasse Ronson/Sitek hören, das jedoch mehr Soul und Bodenhaftung ausstrahlt. Was kann man mehr verlangen? Klingt wie ein guter Autorenfilm, der großes Publikum ziehen kann. Mal wieder ein großes Ding aus dem Popland Schweden. Der kleine Drachen könnte sich zu einer Art Prince der 10er Jahre entwickeln!