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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:41

Maybeshewill: I was here for a moment then I was gone

25.07.2011

Nett getrabt

Den Imposanzanspruch des Post-Rock mit dancig-elektronischer Indie-Attitüde unter einen Hut zu bringen ist sicherlich ein ehrbarer Ansatz oder zumindest ein gutes Verkaufsargument. Schön trifft auf treibend. Maybeshewill legen mit I was here for a moment then I was gone ein Album hin, das zwar einen netten Hintergrundsoundtrack hinlegen dürfte, aber ungefähr so viel Halbwertszeit hat, wie der Titel bereits verspricht – findet KRISTOFFER CORNILS.

 

Tanzbar zu sein und trotzdem ein in musikalischer Hinsicht wirklich ausgefeiltes Album zu schreiben, ist ein fast nicht durchzuhaltender Spagat. Maybeshewill aus Leicester, England, haben sich 18 Monate Zeit gelassen, um ihr drittes Album in Angriff zu nehmen. Es ist das erste, für welches man sich in ein Studio eingemietet hat, mit Tim Turan fand man jemanden, der bereits einer beeindruckenden Menge von Künstlern mit seinem Mastering den letzten Schliff gegeben hat. Herausgekommen ist eine überladene Hochglanzproduktion, in der Schicht auf Schicht gestapelt wird, mal mit Xylophoneinsätzen, die mit Streichern und Chören nicht geizt und gleichermaßen natürliche Klavierklänge und Synthesizer auf die zehn Songs verteilt.

 

Die Quantität an Instrumenten, technischen Kniffen und das perfektionistische Zusammensetzen der Spuren ist allerdings auch kein Garant für Progressivität. Und irgendwie passt es auch nicht recht zu den ziemlich simplen Strukturen, an denen sich die vier Musiker abarbeiten. Die ewige Laut-Leise-Dynamik, die man aus dem Post-Rock-Hintergrund herausgehoben hat, wird gestaucht und in poppige Indie-Muster eingefügt. Das ist catchy, hörbar und dank der Harmonieversessenheit der Band auch wirklich schön anzuhören, aber andererseits ein wenig zu glatt – und vor allem voraussehbar. Ob Maybeshewill nun große Kunst, instrumentale Disco-Smasher oder einfach nur nachhaltig schöne Musik angepeilt haben, sie bleiben auf Dauer nicht lange genug interessant, um wirklich zu überzeugen.

 

Die zwei halbtot gerittenen Gäuler des harmonieverseuchten Post-Rock und rockiger Indie-Beats aufzusatteln sorgt zwar für einen netten Trab ohne Überraschungen, der aber eben so voraussehbar wie überladen daherkommt, sodass I was here for a moment then I was gone mit jedem Durchlauf mehr verliert.

 



 

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