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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:45

Sankt Otten: Gottes Synthesizer

28.07.2011

Diesseits vom Jenseits

Trotz kreativen Umgangs  mit der deutschen Sprache, der sich in den originellen Songtiteln des deutschen Duos niederschlägt, bekommen wir hier ausschließlich instrumental gehaltene Stücke zu hören. Aber wenn man Gottes Synthesizer nutzt, kann man den Kirchenchor auch weglassen. Von TOM ASAM.

 

Sankt Otten beglücken ihre Hörer bereits seit dem Ausklang des letzten Jahrtausens mit ihren Veröffentlichungen. Seit 2009 sind sie beim äußerst umtriebigen Label Denovali Records zu Hause, wo sie zuletzt mit einer Split-Veröffentlichung mit Majeure auffielen. Mit Hilfe von Gottes Synthesizer setzen sie nun unbeirrt ihren Weg in die Sphären des Synth-Himmels fort. Dass dabei der Weg, und nicht die bedingungslose Vermehrung verkaufter Tonträger, das Ziel ist, merkt man sofort. Konzentriert und verliebt in Sounddetails folgt man hier den Meistern, die schon an Gottes Synthesizer sitzen durften, wie etwas Klaus Schulze. Epische Ausflüge in die 70er Jahre werden mit kraftvollen elecric drums kombiniert, die sphärischen Synthieklänge unterfüttert mit Frippschen Gitarrensounds – in den besten Momenten fühle ich mich an den heiligen Gral der Mitsiebziger-Alben von Brian Eno erinnert.

 

Die Welt ist ja nicht zum Aushalten lautet hier ein Titel – und führt die Aussage zugleich aufs angenehmste ad absurdum. Ein anderes Stück heißt Sternstunden der Resignation, doch diese will sich einfach nicht einstellen. Fast neu ist auch gebraucht gibt zumindest einen Hinweis darauf, dass hier auch der Legende NEU! Gehuldigt wird. Sankt Otten liefern eine deutliche Steigerung zur erwähnen letzten Veröffentlichung ab und überzeugen mit ihrer geschmack- und stimmungsvollen Hommage an alte Musikgötter auf ganzer Linie. Anspieltipp: das 13-minütige Titelstück. Gottes Synthesizer. Ach ja: tolles Cover auch! Ein Gemälde des spanischen Künstlers Salustiano.

 

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