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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:45

Tok Tok Tok: Live & Intimate

28.07.2011

Satz mit X?

Tok Tok Tok kommen aus Deutschland und singen auf Englisch. Nun bringen die vier Musiker eine Live-CD namens Live & Intimate mit zwölf Songs auf den Markt. »Zu viel versprochen«, sagt JULIAN SCHRAVEN, denn man könnte denken es wären nur zwei oder drei.

 

Sicherlich: Für schöne Abende am Kamin, für nette Runden im Restaurant und vielleicht auch der Gesittete und Kultivierte verbringt gerne einen Abend bei dieser Musik oder vielleicht sogar bei einem Live-Konzert der vier Berliner. Aber sind wir doch mal ehrlich: Das kennen wir alles schon. Tok Tok Tok scheint das aber weniger zu interessieren – denn die Platte klingt nicht nur »typisch Soul«, das Konzert ist sogar noch aus dem Jahr 2002. Da stellt sich doch die einfache Frage: Warum? Laut eigener Aussage befinden sich auf der Platte »Juwelen aus der Tok Tok Tok-Schatztruhe«. Klingen tuts eher nach »Resten aus der Soul-Mottenkiste«.

 

Am musikalischen Handwerk an sich gibt es keinesfalls etwas zu meckern. Die Musiker beherrschen alle ihre Instrumente und harmonieren miteinander, sodass die Stimme von Tokumbo Ankinros es recht leicht hat, auf den Spuren der Töne zu balancieren. Es ist nicht das »Wie«, sondern das »Was«, das störend erscheint. Irgendwie unkreativ und abgenudelt erscheint das Klangspiel.

 

So erkennt der gemeine Hörer erst beim Song Nummer 5, I wish, dass es auf der CD noch mehr gibt, als immer gleiche Rhythmen, Saxophonsoli und das ständig wiederkehrende »Ausbrechen« und »Zusammenfinden« der drei Musiker, hinter der Frontfrau. Am Ende geht die Platte dann zu Ende, wie sie angefangen hat. Nicht aufregend und mit der Zeit sogar nervig.

 

»Eine von Vielen« oder »Fazit«

Wer auf Soul steht, darf hier gerne zugreifen, sicherlich handelt es sich nicht um einen Fehlkauf. Aber wenn man ehrlich ist, kann man da genau so gut jede andere Soulplatte kaufen. Also vielleicht lieber in eine bekanntere Scheibe investieren? Wer etwas Neues sucht oder sich dem gewöhnlichen Soul abwenden will, dem sei geraten, die Finger von der Platte zu lassen, denn am Ende ist Live & Intimate doch nur eine von Vielen.

 

Am Ende darf noch angemerkt werden, dass es natürlich sehr clever von Tok Tok Tok ist, eine Liveplatte raus zu bringen – denn da ist der Applaus direkt mit dabei.

 

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