Hinter Nouvelle Vague stecken ja vor allem die cleveren Produzenten Marc Collin und Olivier Libaux, die sich verschiedener Gaststimmen bedienen, um diverse New Wave-Klassiker per Retrocharme zwischen Bossa, Indiepop und Easy Listening geschickt neu an den Mann zu bringen. Marine Celeste ist eine dieser Stimmen, die nun auch unter eigener Flagge wahrgenommen werden will. Doch auf Coverversionen will Celeste auch solo nicht verzichten. So beginnt The Angel Pop mit einer Zeitlupenversion des Midnight Oil-Klassikers Beds are Burning, bei dem sie – wie auf drei weiteren Songs – von Terry Hall (bekannt geworden als Frontmann der Skamonster von The Specials) unterstützt wird.
Nachdem sich Nouvelle Vague schon Grauzones Eisbär vorgeknöpft haben, gibts hier mit Trios Geniestreich Da Da Da ein weiteres Cover eines deutschen bzw. deutschsprachigen (Grauzone waren Schweizer!) 80's Hits. Dazwischen sind in französischer und englischer Sprache vorgetragene Eigenkompositionen von Celeste zu hören, die sich zwischen Chanson-Pop und Easy Listening bewegen und etwas Leichtigkeit in den vermasselten Sommer bringen. Obwohl es thematisch durchaus mit einem gewissen Maß an Ernsthaftigkeit zugeht. Ob in der Schilderung der Erfahrung, den Vater früh verloren zu haben (Too much) oder in der Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau (La Femme Chat), zeigt Celeste, dass Sie mehr ist, als die Begleitsängerin einer Coverband mit der netten Engelsstimme.