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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:46

V/A: Watch the closing doors - A history of New York´s musical melting pot Vol.1: 1945-1959

16.08.2011

New York, New York

 

Wenn es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Metropole gab, die dem Rest der Welt zeigte, wer hip und was cool war, dann war das New York. Das galt natürlich auch für die Musik. Von TOM ASAM.

 

Ein ambitioniertes Projekt: Das Label Year Zero bietet in sechs nacheinander erscheinenden Doppel-CDs eine Rückschau auf das musikalische Geschehen der City, die niemals schläft. Ausgabe 1 berücksichtigt die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1959. Neben Jazzgiganten wie Louis Armstrong, Duke Ellington, Miles oder Monk haben wir hier politisch motivierte Folkies wie Pete Seeger und Dave van Ronk, Allen Ginsberg (Howl) als Stellvertreter der Beat-Bewegung, Avantgardisten wie John Cage und den Elektronik-Pionier Raymond Scott, Vocal Groups wie Five Satins und Paragons, Blueser (Sonny Terry) – und die Ausnahmekünstlerinnen Nina Simone und Billie Holiday.

 

Das ist eine große Bandbreite an musikalischen Ausdrucksformen. Dass die Compilation dennoch nicht in große Beliebigkeit abdriftet, ist der Zusammenstellung des Journalisten und Musik-Junkies Kris Needs zu verdanken. Dieser überzeugte vor kurzem bereits mit seiner Zusammenstellung Dirty Water – the birth of punk attitude. Needs infizierte sich mit der New York-Sehnsucht, als er in den 60ern Dylans frühe Platten und Phil Spectors Wall of Sound entdeckte. In den frühen 80ern begab er sich dann für fast fünf Jahre in die Höhle des Löwen. Selbst Aufenthalte im Krankenhaus und im Knast mindern nicht seine Begeisterung für die Kreativität und Energie, die diese Metropole innehatte, bevor die harte Hand Giulianis, Globalisierung und Gentrifizierung sowie die Folgen des Anschlags vom 11.September die ehemalige Magie wohl weitgehend eingedampft haben.

 

In einem – mir nicht vorliegenden – die CDs begleitenden Büchlein, werden die sozialen und biographischen Hintergründe zu den ausgewählten Stücken von Needs erläutert. Zusammen mit Illustrationen, die vermutlich ähnlich gelungen sind, wie das im Graffiti-Stil gehaltene Cover-Motiv, ist man bestens ausgestattet für eine musikalisch unterlegte Reise in das New York einer unwiederbringlich vergangenen Epoche. Man darf sich schon jetzt auf die weiteren Folgen der Reihe freuen!

 

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