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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:47

The Fruit Tree Foundation: First Edition

19.08.2011

Gute Musik für Gute Menschen

Benefiz-Platten sind meist eher gut gemeint als gut gemacht. Bei First Edition für die schottische »Fruit Tree Foundation« ist das glücklicherweise anders. JOHANNES DOBROSCHKE verrät das Geheimrezept.

 

The Fruit Tree Foundation – First Edition steht auf dem schönen Cover mit der gezeichneten Seerobbe. Man könnte nun zurecht meinen, es mit einer Band namens The Fruit Tree Foundation zu tun zu haben. Doch dem ist nicht so. Sie merken es, schließlich stünde der Name hier sonst in Fettdruck. Vielmehr handelt es sich um eine schottische Stiftung für psychisch Kranke, gegründet von den Musikern Rod Jones und Emma Pollock (endlich: der Fettdruck!).

 

Jones spielt bei der auch hierzulande bekannten Indie-Rock Gruppe Idlewild und ist solo unterwegs, Pollock macht auch Solo-Platten, man könnte sie aber von The Delgados kennen, auch keine Unbekannten. Die beiden haben also beste Beziehungen zur schottischen Musikszene und konnten deshalb James Graham von Twilight Sad, Scott Hutchinson von Frightened Rabbit, Jill O'Sullivan von Sparrow and the Workshop, sowie Karine Polwart, Jenny Reeve, Alasdair Roberts und James Yorkston überreden, gemeinsam Songs zu schreiben und eine Platte für das Scottish Mental Health Arts and Films Festival einzuspielen. Zusammen sind sie so etwas wie die Neun Gefährten der schottischen Folk- und Rockszene. Zum Songs schreiben traf man sich eine Woche lang in einem abgeschiedenen Landhaus – ohne jegliche Vorbereitung, nur mit dem Plan, am Schluss ein möglichst gutes Album herauszubekommen, das im Idealfall ein bisschen etwas mit psychischen Krankheiten zu tun haben sollte.

 

Es gibt sicher einfachere Ausgangssituationen für eine CD, selbst bei so geballter Prominenz. Und trotzdem kann sich das Ergebnis hören lassen, wie man in einem solchen Fall wohl phrasendreschen würde. Knarziger, schottisch-raubeiniger Folk (teilweise auch in schottischem Englisch) trifft auf vollmundigen, leicht rückwärts gewandten Indie-Rock, der oft überraschend amerikanisch anmutet. Vierzehn Songs sind es am Schluss geworden, jedoch sind nicht alle Neune an jedem Song beteiligt, Pärchenbildung war angesagt. Diese Beschränkung trägt sicher dazu bei, dass keine abgehakten We Are The World-Verschnitte entstanden, sondern leise und laute, authentische musikalische Zwiegespräche unter sehr guten Songwritern.

 



 

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