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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:47

Antinionian: Antinionian / Honeycut: Comedians

19.08.2011

Synthie-Soul und unterschwellige Düsternis

Der Franzose Hervé Salters ist so manchem als General Elektriks ein Begriff, einem Projekt, bei dem auch ein gewisser Jordan Dalrymple mitmischt(e). Nun stehen beide im Mittelpunkt zweier sehr beachtlicher Projekte. Von TOM ASAM.

 

Jordan Dalrymple ist ein Multi- Instrumentalist aus Oakland, der sich bereits im zarten Alter von drei Jahren erstmals hinter die Schießbude hockte. Beats stehen seit dem im Mittelpunkt seines musikalischen Interesses. Sein hierzulande wohl weitgehend übersehenes Projekt Subtle agierte im Niemandsland zwischen moderner Rap-Interpretation, zeitgemäßem elektronischem Indiesound und einem gewissen Neo-Kraut-Vibe. Wohl infolge der Komplikationen infolge eines Unfalls – Bandpartner Dax Pierson ist seither an den Rollstuhl gefesselt – beschloss man Subtle 2009 aufzulösen. Seitdem tüftelt er mal hier mal dort mit rum. Beim letzten Album von 13 and God (Remember: die »Supergroup« aus Mitgliedern der deutschen Indiegötter TheNotwist und Themselves) sorgte er fürs Feintuning, Hervé Salters hilft er bei dessen in Frankreich sehr geschätztem Projekt General Elektriks aus. Salters revanchiert sich nun, indem er das Debut-Solowerk Dalrymples, Antinionian, produzierte.

 

Das auf dem viel gerühmten Anticon Label erscheinende Werk besticht durch Elektronik mit sehr eigenständigem Funk-Vibe, gutes Drum- Handwerk, verspulte Melodien und unterschwellige Düsternis. Obwohl das alles ganz organisch und gar nicht zu komplex und hirnlastig wirkt, steckt da so einiges drin, bei jedem Hördurchgang wirkt die Musik anders. Leider dauert das Glanzstück nur eine halbe Stunde, aber so ist wenigstens sichergestellt, dass man sich zweimal in der Stunde aus dem im Stereowinkel platzierten Sofa erhebt, um nochmals einzutauchen in die von den Arbeiten des Filmemachers Michelangelo Anzonioni beflügelte Musik.

 

Honeycut stammen aus San Francisco und bestehen aus besagtem Hervé ›RV‹ Salters (Keyboards, Samples), Bart Davenport (Gesang) und Tony Sevener (MPC, Schlagzeug). 2006 erschien ihr Debut The day I turned to glass, das mit dem angeblich alle 17 (!?) Jahre vergebenen Musik-Preis von San Francisco Weekly ausgezeichnet wurde. Und zwar in der Kategorie beste Soul/Funk Band. Auch wenn sich hier drei Musiker getroffen haben, die ihre Liebe zum klassischen Soul und Funk der 60's und 70's teilen, handelt es sich bei Honeycut aber um mehr als eine bloße Retroband. Zu eigen ist die Mischung aus nostalgischem Pop, Synthie-Soul und Psychedelia-Touch. Comedians schlägt eine Brücke aus der Vergangenheit in die Gegenwart, so soll es sein. Eine Gemeinsamkeit besteht übrigens zwischen Honeycut und Brian Eno. Von beiden haben unglaublich viele Menschen schon Töne gehört, ohne es zu wissen. Während Eno verantwortlich ist für die viersekündige Startmelodie von Windows 95 (die er auf einem Apple geschaffen hat!), war Honeycuts Stück Exodus Honey sowohl Titletrack des TV-Spots für den iMac als auch Audio-Logo für Leopard, jene Melodie, die MAC-Käufer das erste Mal hören, wenn sie ihren Rechner einschalten.

 

 

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