Jordan Dalrymple ist ein Multi- Instrumentalist aus Oakland, der sich bereits im zarten Alter von drei Jahren erstmals hinter die Schießbude hockte. Beats stehen seit dem im Mittelpunkt seines musikalischen Interesses. Sein hierzulande wohl weitgehend übersehenes Projekt Subtle agierte im Niemandsland zwischen moderner Rap-Interpretation, zeitgemäßem elektronischem Indiesound und einem gewissen Neo-Kraut-Vibe. Wohl infolge der Komplikationen infolge eines Unfalls – Bandpartner Dax Pierson ist seither an den Rollstuhl gefesselt – beschloss man Subtle 2009 aufzulösen. Seitdem tüftelt er mal hier mal dort mit rum. Beim letzten Album von 13 and God (Remember: die »Supergroup« aus Mitgliedern der deutschen Indiegötter TheNotwist und Themselves) sorgte er fürs Feintuning, Hervé Salters hilft er bei dessen in Frankreich sehr geschätztem Projekt General Elektriks aus. Salters revanchiert sich nun, indem er das Debut-Solowerk Dalrymples, Antinionian, produzierte.
Das auf dem viel gerühmten Anticon Label erscheinende Werk besticht durch Elektronik mit sehr eigenständigem Funk-Vibe, gutes Drum- Handwerk, verspulte Melodien und unterschwellige Düsternis. Obwohl das alles ganz organisch und gar nicht zu komplex und hirnlastig wirkt, steckt da so einiges drin, bei jedem Hördurchgang wirkt die Musik anders. Leider dauert das Glanzstück nur eine halbe Stunde, aber so ist wenigstens sichergestellt, dass man sich zweimal in der Stunde aus dem im Stereowinkel platzierten Sofa erhebt, um nochmals einzutauchen in die von den Arbeiten des Filmemachers Michelangelo Anzonioni beflügelte Musik.