Nachtschichten bei einem Sicherheitsdienst brachten Jonathan das nötige Kleingeld, um seine Songs nach und nach in Eigenregie aufzunehmen. Hier eine Nacht für einen Geiger, da ne Schicht für den Kontrabassisten. Das Ergebnis ist ziemlich beeindruckend. So wie der Musiker selbst, scheint auch die Musik direkt aus einer 40 Jahre alten Zeitfalte ums Eck gekommen zu sein. Mit Streichern und Bläsern verstärkte Songs in deren Mittelpunkt stets Jeremiahs tolle, tiefe Stimme steht. Trotz einer stellenweise spürbaren Opulenz bleibt aber stets genug Raum zwischen den Noten, um einem in der melancholischen Atmosphäre nicht die Luft zu rauben. Das Ganze klingt tatsächlich wie eine vergessene Aufnahme aus den Glanzzeiten der Popmusik, als Einflüsse aus Folk, Soul und Jazz oftmals wie selbstverständlich in einen guten Popsong mit einflossen. Produktionstechnisch stehen Motown und Mister Spector als Paten zur Verfügung, von der Musik fühle ich mich deutlich an Scott Walker zur Zeit seiner – songorientierten – frühen Solowerke erinnert. Damit sollte der solitary man doch schnell eine Gefolgschaft um sich scharen.
