Nach eineinhalb Jahrzehnten als Rückgrat von Kreidler wagt sich Thomas Klein unter dem Namen Solyst an die Veröffentlichungsfront. In seiner Kombination aus analogen Drums und elektrisch generierten Sounds ähnelt das Klangbild seines Solodebüts durchaus den letzten beiden – großartigen – Kreidler-Veröffentlichungen. Doch steht hier das Groove-Grundgerüst noch deutlicher im Vordergrund. Klein geht mit reduzierten Mitteln zu Werke und schafft eine tribalistisch-hypnotische Atmosphäre., die den Hörer in ihren Bann zieht. Mit repetitiven Sequenzen schafft er minimale Klangbilder mit maximaler Ausdruckskraft. Hier wird nicht jede Lücke zugefrickelt, der Mut zum freistehenden Drumsound wird belohnt. Zwischen Minimal Music und Krautrock entsteht, angereichert durch Dub- und Afrobeat-Referenzen, ein tolles Album. Klein reiht sich dabei ein in den (kleinen) Kreis der Schlagzeuger, die man tatsächlich als würdevolle Nachfolger von Ikonen wie Dinger und Liebezeit bezeichnen kann.