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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:48

The Late Great Fitzcarraldos: The Late Great Fitzcarraldos

25.08.2011

Ganz nett, aber nicht unbedingt sympathisch

The Late Great Fitzcarraldos klingen auf jeden Fall spannend. Dieser Bandname macht doch echt mal was her. Doch wer nun, wie JULIAN SCHRAVEN anfangs glaubt, dass man den Namen bei den Dead Kennedys oder Me first and the gimmie gimmies einordnen könnte, hat weit gefehlt.

 

Nun macht es einem diese Band wirklich schwer, sie kennenzulernen. Sie kommen aus dem kalten Dänemark und versuchen sich auf Ihrem Debutalbum, dass genau so heißt wie sie, mit tropischen Klängen. Aber kann denn sowas passen?

 

Das tut es allemal, denn das was die Fitzcarraldos auf der Platte veranstalten, klingt nach Insel, nach Sonne, nach Entspannen. Die drei Kopenhagener treffen mit ihrem Sound wohl genau den Nerv, den Auswanderer oder Inselsüchtige verstärkt in sich tragen. Jedoch, und das ist das Bedauernswerte, tun sie dies auch wirklich ausschließlich für eben jene Hörer. Alle Anderen dürfte die Platte wohl weniger interessieren.

 

Ein Bohei um die Dudelei

Die CD macht auf den ersten Blick einen netten Eindruck: Ein hübsches kleines Booklet, wenige Worte, dafür umso eindrucksvollere Bilder. Legt man die Platte dann ein, gibt es auch keinen Grund sich zu beschweren. Mit Stealdrums und Flöten wird man begrüßt und kann sich eigentlich entspannen. Irgendwann kommt dann der zweite Song und irgendwann der dritte und so geht es weiter. Diese Beschreibung lässt erahnen, dass die Platte für den gemeinen Hörer aber eben auf Dauer nicht mehr als Dudelei ist. Was für die Band und für den Vollbluttropikaner vielleicht ausgetüftelt und spannend sein könnte, was hier auf Grund fehlender Tropenpraxis nicht erörtert werden kann, klingt für jeden Anderen wohl spätestens nach dem ersten Hören immer gleich.

 

Schade eigentlich, denn auf Cocktailparties mit Schirmchen und Bahamahüten würde die Platte sicherlich eine gute Figur machen. Schade nur, dass man auf der Heimfahrt von der Party für die nächste Zeit genug von dem Gedudel hätte.

 

Wer macht hier was falsch?

Stellt sich also die Frage, ob die Fitzcarraldos nun nicht die Töne treffen – oder einfach auf der falschen (Halb)Insel gelandet sind. Ist ihre Musik vielleicht einfach von Natur aus nicht Mainstreamtauglich genug, um mit anderen Werken verglichen zu werden – und wenn ja, wird sie dadurch einzigartiger? Diese Fragen können einfach nicht beantwortet werden, da es sich bei den Antworten immer um die Auslegung handelt. Es wird in diesem Fall kein Falsch oder Richtig geben.

 

Wer sich wirklich mal auf die Insel flüchten möchte, der kann gerne zu den Late Great Fitzcarraldos greifen, sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass eine einsame Insel vor allem eins ist: Einsam.

 

 

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