Ziemlich bunt ist der musikalische Werdegang von Stephen Bruner alias Thundercat. Mit vier Jahren begann Bruner Bass zu spielen, mit 15 hatte er (auch) in Deutschland einen Hit mit der Boyband No Curfew, um dann zu den Suicidal Tendencies zu wechseln! Deren vormaliger Bassist Rob Trujillo wiederum landete ja bekanntermaßen im bestbezahltenTarumrentnerdasein bei Metallica. Mit The golden age of apocalypse präsentiert uns Thundercat nun sein cooles Debutalbum, bei dem ihm nicht nur namhafte Musiker wie Erykah Badu oder sein Grammy-behangener Bruder Ron, der auch schon als Drummer bei den Tendencies tätig war! Entscheidend ist wohl aber der momentane Überhipster Flying Lotus, dessen Produzentenjob diesem Album den nötigen Schub verleihen wird. Der Versuch, klassischen Fusion Jazz mit zeitgenössischen elektronischen Elementen zu verbinden ist zwar gelungen, wirkt aber nicht so stringent in ein Zukunftskonzept umgesetzt wie Lotus eigene Arbeiten. Zwar stellt er auch Bezüge zu den Arbeiten seiner Tante Alice Coltrane aus den 70ern her, diese geraten allerding niemals in die Nähe eines Retro-Stempels. Mutant Jazz Cat Bruners Bemühungen sind eher zeitlos als futuristisch, aber durchaus gelungen!