Megafauns letztes Album Gather, Form and Fly heimste zurecht gute Presseresonanzen ein. Doch vom kommerziellen Erfolg eines Justin Vernon, besser bekannt als Bon Iver, mit dem man bis vor fünf Jahren gemeinsam unter dem Banner DeYarmond Edison musizierte, ist man bisher weit entfernt. Das könnte sich mit der – rechnet man letztjährige EP mit – vierten Veröffentlichung von Megafaun ändern. Das selbstbetitelte Werk liefert vierzehn Songs ab, die Folk-Anleihen mit klassischem Westcoastpop in atemberaubender Lässigkeit verbinden. Als sei das nicht genug, bricht man die harmonischen Stücke regelmäßig durch leicht disharmonische perkussive Exkursionen und verträgliche Klangexperimente. Vielleicht hat das mit den spannenden afrikanischen Erkundungen des belgischen Labels Crammed Disc zu tun, Stichwort: Congotronics. Jedenfalls erfahren die Americana-Anwandlungen von Megafaun eine ganz eigene Prägung. Harmonie trifft auf Fantasie, gut abgehangen vermählt sich mit leicht schräg. Ein bisschen wie bei Wilcos Meisterwerk Yankee Hotel Foxtrott, um euphorisch einen superlativen Vergleich zu bemühen. Das mag kein Zufall sein. Dass das Megafaun-Doppel-M auf dem Cover etwas an das Logo der Leipziger Messe (Mustermesse) erinnert, ist hingegen sicher keine Absicht.