Das zur Jahrtausendwende in Zürich entstandene Label Spezialmaterial ist laut eigener Aussage ein Label für intensive wie innovative Musik. Ja mehr als das, Spezialmaterial steht für eine lebendige Verknüpfung von Machern elektronischer/instrumentaler Musik, DJs und Produzenten und baut dabei auf internationales Networking. Aber auch Design und Visual Arts spielen hier eine besondere Rolle. So verwundert es nicht weiter, dass sich bereits die Verpackung und die (farbliche) Gestaltung der CDs selbst von der Masse abhebt.
Musikalisch ist die auf zwei Silberscheiben verteilte Labelübersicht schlicht großartig: Ob es sich um die akustischen Forschungsreisen von Monoblock B, die Subbass-getriebene Elektronika von Hepp, Hard Coming Loves Interpretation zeitgenössischen Rocks oder die Soundbasteleien des in Südafrika geborenen und in Uruguy lebenden Cooptrol handelt, hier freut sich der Musikhörer mit Antennen für kaum bis nicht betretene Pfade im Soundjungle. Die Schweizer sind halt gern ein bisschen eigen, und so bieten sie eben im wahrsten Sinne des Wortes Spezialmaterial. Selbst hinter dem geläufigen Wort Staubsauger verstecken sich hier hypnotische Elektro-Dance-Pop-Klangcollagen und kein gewöhnlicher Hausstaub.
Man hört, dass hier Künstler und Tüftler am Werk sind, die seit Längerem ein Ziel verfolgen – ohne es aus den Augen verloren zu haben oder in Routine verfallen zu sein. Check it out! Aus dem Hause Warp, eher bekannt dafür mit Lob zu überschüttet zu werden, denn dafür welches zu verteilen, heißt es zum Thema Spezialmaterial: »Constantly excellent!«