Obwohl aus »meiner« Stadt, leuchten die Monostars ehrlich gesagt bisher eher schwach in meinem Kosmos. Der Name geläufig, sicher mal irgendwo live gesehen, und an das Debut kann ich mich wage erinnern. Das war 1999, nun legen sie schon ihr sechstes Album vor. Die Zeit vergeht: Absolut!. Nummer eins mit dem Titel Hallo ist ein kurzer Wachmacher. Schön: Anton Kaun aka Rumpeln mischt auch mit und sorgt seinem Pseudonym gemäß für die nötige Portion schräger Töne auf Absolut! Unsichtbar, der zweite Song, eröffnet gleich mit der Zeile: »Willst du, dass die Welt sich nicht verändert, damit du es dir leisten kannst, weiter gegen sie zu sein?« Interessant. Das Hirn bekommt hier durchaus was zu tun. So bleibt man auch am Ball, nachdem der erste Schubladisierungsgedanke in folgende Richtung geht: deutscher Diskurspop Marke Hamburg – auch wenn aus München kommend.
Aber so ein bisschen Bayern ist den Hanseaten schon zuzumuten, und so sind die Monostars passenderweise beim traditionellen Hamburger Label Zickzack gelandet, dessen Gründer Alfred Hilsberg den Begriff Neue Deutsche Welle ins Rennen brachte. Passend dazu die NDW-mäßigen Keyboardsounds in Transformers, in dem behauptet wird, dass wir alle prekär leben – nur auf völlig verschiedene Arten. Zeit für Veränderung. Auch das gelungene Hier draussen erinnert an die frühen 80er, genauer an S.Y.P.H.s Zurück zum Beton. Bei den Monostars heißt das: »alles ehrlich, direkt und pur, alles viel zu viel Natur, hier draußen auf dem Land.«
Der musikalische wie ästhetische Rückgriff auf vergangene Tage mag verdeutlichen: Es gibt nach wie vor genug Gründe, schwarz zu sehen. Das tun wir auch, wenn wir uns das Cover anschauen. Die Monostars machen auf monochrom und zitieren das schwarze Quadrat von Kasimir Malewitsch. Für ähnliche Aufregung wie das Werk des Russen vor knapp 100 oder auch nur ein S.Y.P.H.- Konzert im Ratinger Hof vor 30 Jahren wird Absolut! wohl nicht sorgen. Dennoch ist es absolut hörenswert und gibt den ein oder anderen Anlass zum Nachdenken. Wer war nochmal Gramsci?