Die musikalischen Welten des biederen Hardrocks deutscher Prägung liegen meilenweit entfernt vom Paradies, welches das britische Duo hier beschreibt. Ist für die einen die Heavy Metal Hölle das Paradies auf Erden, genießen die anderen ihren Wonnegarten ruhig und gemütlich. Ist ja auch gesünder und besser für den Teint. Das gemischte Doppel aus Sheffield schöpft seine Ideen aus dem glasklaren Teich des Folkrock der Hippiezeit. Ähnlich wie bei den Fleet Foxes wird viel Wert auf Gesangsharmonien (sehr gelungen u. a. bei Never Look Back und Where I’m Walking) und eine organische Instrumentierung gelegt.
Da wird keine Fläche mit dem Desinfektionsspray antiseptisch gereinigt, eine Pauke darf zum Beispiel klingen, wie eine Pauke klingt. Und wenn es scheppert und verzerrt, dann ist das auch gut so. Die 11 Songs erinnern an schier endlose Ferientage auf dem Bauernhof. Gutes Wetter von früh bis spät, unbeschwerte Nachmittage im Heu, Erdbeeren essen bis zum Bauchweh und ohne Hände waschen ins Bett. Aber das Leben ist eben nicht nur eitel Sonnenschein. Textlich beschäftigen sich Rebecca und Charles mit den dunklen und schmutzigen Seiten der menschlichen Existenz. »So, death and shagging pretty much sum this album up… cocks, fannies and death. That’s our thing.« Wenn das keine Ansage ist!