Gut, auch nichts Neues: Analog statt digital, alten Helden von Cluster bis Klaus Schulze auf die Finger geschaut ... aber (auch) bei Roll the dice kingt das gar nicht verstaubt. Malcom Pardon und Peder Mannerfelt (House-Mann als The subliminal Kid), sind zwei gar nicht so alte Schweden, die auf ihrem zweiten Album Kennertum beweisen, ohne in die Imitationsfalle zu tappen. So ist der Vergleich mit alten Helden hier nur als Orientierung zu nehmen, die hypnotisch-melancholischen Synthieklänge, die hier auf reduzierte Piano-Griffe und Sequenzer treffen, entfalten ihre eigene Magie.
Auch wenn bereits der Opener Iron Bridge acht Minuten dauert, triften Roll the Dice nicht in esoterische New Age-Langweilschleifen ab; gelegentliche Drone-Anwandlungen hingegen werden nie zu noisig, um den aufgeschlossenen »Normalhörer« zu vergraulen. In dust ist eines jener Alben, die nichts Neues präsentieren, jedoch völlig aus Zeit und Raum geschossen von vorne bis hinten glaubwürdig, fesselnd und überzeugend sind, und dutzender vielleicht gar nicht so weit daneben liegender Werke ersetzen. Aufgenommen in Schweden, gemischt in der norwegischen Pampa und gemastert in der neuen europäischen Lieblingsstadt der Künstler, Berlin, haben wir es hier mit einem atmosphärisch dichten Stück Instrumentalmusik zu tun, dass Made in the EU zum Markensiegel werden lässt. Nicht lang auswürfeln, gleich anhören/kaufen!