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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:58

The Horrible Crowes: Elsie

22.09.2011

Risiko des Ruhmes

Erfolg und schier unendliche Publikumsgunst sind schön aber auch schön anstrengend. Den Widerspruch zwischen Herkunft und Gegenwart auszuhalten scheint für einige der Protagonisten dann nicht so einfach. Junge Sportler werden vorschnell biographisch, Musiker suizidal. Oder sie gründen ein Sideprojekt. Von DAVID EISERT

 

Brian Fallon nutzt das Moratorium bis zum nächsten Gaslight Anthem Album, um ein Soloprojekt an den Start zu bringen. Geboren wurde die Idee zu den Horrible Crowes in den langen Stunden nach den Konzerten seiner Hauptband. Gemeinsam mit seinem Gitarrentechniker Ian Perkins diskutierte Fallon über Musik und Lieblingskünstler. Namen wie Bon Iver, PJ Harvey, Tom Waits, Afghan Whigs, Twilight Singers, The National oder Greg Dulli schwirrten dabei durch den Raum. Und ja weniger schäbig die Backstageräume wurden, desto konkreter wurden die Pläne. Mit ein paar Freunden setzen die Beiden nun ihre musikalischen Visionen im Studio um. Es scheint, als wolle Fallon mit diesem Album seine kleine, wunderschöne Dämonin namens Springsteen wenigstens für ein paar Augenblicke besiegen. Was ihm aber erst gegen Mitte der Platte gelingt.

 

Die ersten drei, vier Stücke klingen noch sehr nach Ausschuss aus den American Slang Sessions. Wobei Brian Fallon nichts für seine Stimme kann, die nun mal klingt wie sie klingt. Insgesamt ein wenig ruhiger, getragener und dunkler als bei seiner Hauptband sind die Stücke ausgefallen. Leider auch mit weniger Catchyness und dem direkten Zug zum Ohr. Das gemeine Wort Langeweile wabert ein ums andere Mal durch den Hinterkopf. Den ständigen Vergleich mit Gaslight Anthem werden die Horrible Crows nicht umgehen können. Dazu hat sich Brian Fallon auch nicht wirklich von seiner Hauptband emanzipiert. Prangt doch sein Konterfei und Name prominent auf dem Albumcover. Ob sich die Band weitere Möglichkeiten zur Profilbildung geben wird, wird stark vom Erfolg des kommenden Gaslight Anthem Outputs abhängen. Bis dahin kann man aber getrost noch die Konzerte der „Revival Tour“ besuchen. Brian Fallon teilt sich hier die Bühne mit Dan Adriano vom Alkaline Trio, Chuck Ragan (Hot Water Music) und Dave Hause (The Loved Ones).

 



 

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