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Freitag, 25. Mai 2012 | 10:58

Helgi Jonsson: Big Spring

22.09.2011

Isländischer Frühling

Es gilt nicht nur für Björk oder Sigur Ros: was die isländischen Protagonisten im Bereich der Popmusik gemeinsam zu haben scheinen ist an erster Stelle eine gehörige Portion Individualismus. Ob das das auch für Helgi Jonsson gilt, fragt sich TOM ASAM.

 

Nicht, dass Jonsson kein Teamplayer wäre. Im Gegenteil. Der Isländer, der bereits im zarten Alter von sieben Jahren zur Posaune griff, ist so manchem vielleicht bekannt durch seine Touren mit dem Faröer Teitur oder dem dänischen Popstar Tina Dico. Für letztere schreibt er teilweise auch Stücke und produziert. Er war Teil des Musiker-Kollektivs, das mit der sogenannten „Whale-Watching Tour“ on the road war und hat auch in die Bereiche Jazz und Klassik seine Fühler schon ausgestreckt. All das kommt sollte Entwicklung eines eigenen Stils entgegenkommen. Man könnte Jonsson grob in die Schublade Singer-/Songwriter stecken. Doch mit bärtigem Retrofolk und Wandergitarre hat er es nicht so. Auf elfenhaft, ätherisch oder außerweltlich getrimmt, wie man es isländischen Künstlern gerne zuschreibt, sind seine Kompositionen auch nicht.

 

Was man bei seiner Herkunft ja fast schon wieder als individuell bezeichnen kann. Auch wenn seine Stücke wenig vom üblichen Popsongschema abweichen und durchaus gefällig und für breite Hörerscharen geeignet scheinen, lohnen sie doch ein genaueres Hören und bieten ein ordentliches Maß an Abwechslung. Sie bewegen sich irgendwo zwischen der doch recht stromlinienförmigen Musik Tina Dicos (die hier auch an einigen Stücken mitgearbeitet hat) und der eigensinnigen Schrulligkeit eines Teitur. Auch wenn er die Ausstrahlung und Unbekümmertheit letzteren nicht erreicht und das Album ein paar Kanten und Härten mehr vertragen könnte, lohnt es doch, sich Big Spring in aller Ruhe zu gönnen. Freunde schöner Popsongs mit Einflüssen von Simon and Garfunkel bis Coldplay dürften ihre Freude haben.

 



 

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