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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:00

Charles Lloyd/Maria Farantouri: Athens Concert

29.09.2011

Zwei Kulturen

Eine nicht alltägliche Kombination: der große amerikanische Jazzsaxophonist Charles Lloyd und Maria Farantouri, die als beste Interpretin und jahrelange Weggefährtin von Mikis Theodorakis Weltruhm erlangte. Maria Farantouri ist eine der wenigen unverwechselbaren Stimmen jenseits von Klassik und Pop. Zwei Töne genügen, um sie zu identifizieren. Dieser satte Klang, diese Innigkeit noch in den tiefen Lagen, diese Einheit von kämpferischer Entschiedenheit und Wärme verzichtet auf Oberflächenglanz ebenso wie auf den rauen Ausdruck des Rock. Maria Farantouri ist nichts anderes als eben Maria Farantouri – nicht mehr und nicht weniger. Sie bleibt es auch im Zusammenwirken mit erfahrenen Jazzmusikern. Von THOMAS ROTHSCHILD

 

Maria Farantouri ist keine Jazzsängerin. Aber Charles Lloyd lässt sich auf keine Kompromisse ein. Er swingt, und sein einfallsreicher Pianist Jason Moran, dem er viel Raum lässt, swingt, Reuben Rogers am Bass und Eric Harland am Schlagzeug liefern die rhythmische Grundierung, während Maria Farantouri ihren Part ›straight‹ singt. Und das geht zusammen. Nur Socratis Sinopoulos lässt sich mit der Lyra im zweiten Teil des in Athen live aufgezeichneten Open-Air-Konzerts auf Farantouris Stil ein. In kurzen Phrasen nimmt Charles Lloyd seine Vorgaben auf, um dann in sein eigentliches Element zurückzukehren. Das ist ungemein reizvoll und nur für solche Puristen ein Problem, die auch schon die Begegnung zwischen Jan Garbarek und dem Hilliard Ensemble madig machten. Von dort bis zur vorliegenden CD ist es kein weiter Weg: Sie eint die Freude der Musiker und ihres Produzenten Manfred Eicher an der Symbiose unterschiedlicher Traditionen.

 

Das Material auf der Doppel-CD ist heterogen. Es stammt von Mikis Theodorakis, von Charles Lloyd, von Eleni Karaindrou, die zum Stamm der ECM-Künstler gehört und unter anderem für die Filme von Theo Angelopoulos komponiert hat, und von Nikos Kypourgos, hinzu kommen traditionelle byzantinische und griechische Melodien. Am Schluss liefern sich Jason Moran und sein griechischer Kollege Takis Farazis, der auch für die Arrangements verantwortlich zeichnet, ein Klavierduell, das einen rauschenden Applaus geradezu erzwingt.

 

 

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