Kopfstimmengeseiere und Streichermassaker
Sweetest Thing heißt das Kopfstimmengeseiere, das so brusthaarlos ist, dass man sich die Haare raufen will. Und schwülstig geht es weiter, mit Tangled Up In Love, der mit Streichermassaker beginnt und in seiner ekelhaften Süße zu Tode gestreichert wird. Und auch der nächste Song handelt von einer Frau: Eveline. »I’m gonna be there when you cry«, heißt es da, und es treibt einem die Tränen der trauernden Verzweiflung in die Augen, wie langweilig-poppig The Rifles da herumsingen.
Es wundert dann auch nicht, dass auch der nächste Song von der Liebe handelt: Love Is A Key heißt er, und wenn die Rifles auf ihren vorhergegangenen Alben noch scharf geschossen haben, jetzt haben sie nur noch Platzpatronen geladen. Man verstehe das nicht falsch: Über die Liebe zu singen ist ja nicht verboten. Aber wenn man es schon noch macht, dann doch nicht auf so eine weichgespülte Weise.
Das geht bis zum bitteren Ende der Platte so weiter, dass man sich ernsthaft wundert, den Herren mal seine Stimme gegeben zu haben. Vielleicht, so denkt man etwas trotzig, sollte man beim nächsten Mal Protest wählen. Oder gleich eine Revolution anzetteln, um daran zu erinnern, dass Gewehre dazu da sind, um abgefeuert zu werden.
