Sängerin und Kantele-Spielerin Sinikka Langeland hat nicht nur eine internationale Truppe um sich geschart, sie ist auch hinsichtlich ihrer musikalischen Ursprünge nicht so einfach zu kategorisieren. Folk, Jazz, Klassik... sie kommt aus dem Land, das nicht ist. Auf ihrem dritten Album für ECM hat sie mit Arve Henriksen (Trompete), Trygve Seim (Saxophon), Anders Jorim (Kontrabass) und Markku Ounaskari (Perkussion) nicht nur ein eingespieltes Team und großartige Musiker um sich geschart. Sie hat Personen um sich, die seit dem 2008er Album Marias Song allesamt in anderen (ECM-) Kontexten, die nur im allerweitesten Sinne mit ›konventionellem‹ Jazz zu tun haben, tätig waren. Ausgangspunkt der Inspirationen für The land that is not waren Gedichte von Edith Södergran (1892-1923) und Olav H. Hauge (1908-1994). Die Worte zeugen von Einsamkeit und Sehnsucht sowie einer tiefen Zuneigung zu Landschaft und Weite des Nordens.
»I long for the land that is not
for I am weary of all things that are
he moon tells me in silver runes
about the land that is not...«
heißt es im Titelsong in Södergrans Worten. Die Stimme Langelands und die von ihr geschriebene Musik setzen die Stimmung der poetischen Vorlagen kongenial um und bringen die Worte zum Leben. Langeland ist eine Folk-Sängerin, der es nicht darum geht, Schablonen eines Genres stimmlich auszufüllen. Sie nimmt die Herausforderung an, die unterschiedlichen Herangehensweisen im Folk oder im Jazz an Rhythmik und Timing in Einklang zu bringen, ohne das dabei etwas konstruiert wirkt oder aufgesetzte Kontraste effekthascherisch in den Vordergrund gerückt werden. Irgendwie werden viele Klischees, die sowohl das Umfeld als auch die nordische Herkunft dieser Musik betreffen, bedient. Zum Glück: So ergibt sich mal wieder eine angenehme Reise in ein Land, das nicht ist, oder wenn, dann nur auf dem Planeten ECM.