Als »viel chaotischer, viel bewegter und mit mehr Krach verbunden«, bezeichnet Feist das Ergebnis. Teilweise spürt man die aufziehenden Nebel und die Gewitter der Küstenregion. Die spontan wirkenden und teils etwas widerborstiger als erwartet ausgefallenen Songs mögen die Inkorporation durch die weltumspannende Latte-Machiato-Fraktion vermeiden. Zwar gibt es catchy Popnummern wie The circle married the line und orchestrale Anwandlungen von Gonzales, wie etwas in A commotion. Kitschig droht das Liedgut allerdings nie zu werden. Statt auf süßlichen Klassikpop bezieht sich besagtes A commotion eher auf die Tradition der minimal music; die fast schon geschrienen Worte A commotion (man hört eher »locomotion«) rütteln den Hörer wach. Textlich basiert das Album im Gegensatz zum Vorgänger eher auf allgemeinen Beobachtungen, Weisheiten oder Sprichwörtern. Feist wollte nicht wieder Zeilen wie »I´ll be the one who´ll break my heart« hunderte Male auf Konzerten singen. Feist ist weitaus mehr als 1,2,3,4, die Songs auf Metals wirken direkter und spontaner denn je, auch wenn hier auch einiges im Detail zu entdecken ist. Die Stimme der Kanadierin ist betörender und beeindruckender denn je.
