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Freitag, 25. Mai 2012 | 11:08

Markus Berges: Ein langer Brief an September Nowak

03.01.2011

Rätsel und Momente des Glücks

Poetisch und melancholisch mutet Ein langer Brief an September Nowak an. Das gelungene Roman-Debut des Erdmöbel-Sängers Markus Berges an. Von TOM ASAM

 

Auch wenn das aktuelle – und bisher beste – Erdmöbel-Album Krokus einen Song mit dem Titel September Nowak enthält: Berges´ Erstlingswerk als Roman-Autor ist weit mehr als eine Ausweitung seiner Fähigkeiten als Texter von Popsongs auf die lange Strecke und kann jederzeit ohne Bezug zu seiner Band bestehen. Wenngleich es natürlich Parallelen gibt. So zum Beispiel die Tatsache, dass es Berges wiederholt, scheinbar mühelos gelingt, auch eine weibliche Sichtweise auf die Dinge einzunehmen.

 

Ein langer Brief an September Nowak erzählt von der 19-jährigen Betty, die Mitte der 90er ihre Brieffreundin aus Kindheitstagen in derer Heimat Monaco treffen will. Doch September, so der Name der Brieffreundin, ist nicht das mondäne Penthouse-Girl, als das sie sich über Jahre beschrieben hat. Aus einer anfänglichen Enttäuschung Bettys, die sich zunächst verraten vorkommt, erwächst Trotz und die Lust auf das Abenteuer Leben. Dieses birgt Momente des Glücks, aber auch jede Menge Rätsel in sich.

 

Berges - Songwriter und Buchautor

Berges schafft es, uns mit klarer Sprache und großer Leichtigkeit mit auf die Reise zu nehmen. Doch bleiben dabei auch für den Leser gewisse Dinge rätselhaft, wie etwa die wiederholt auftauchende, verstörende Stimme eines Ich-Erzählers. Aber schließlich handelt es sich hier ja nicht um einen Krimi, der uns auf der letzten Seite irgendwelche Lösungen und Erklärungen zurechtbiegen will.

 

Berges hat als Songwriter eine eigene Sprache entwickelt. Und was bei Popsongs in der Regel automatisch erwartet wird, wünscht er sich wohl auch für ein Buch: dass es nicht beim einmaligen Genuß bleibt. Nicht zuletzt die integrierten Photos veranlassen einen, Ein langer Brief an September Nowak wiederholt in die Hand zu nehmen und der schwer zu beschreibenden Stimmung des Romans auf die Schliche zu kommen.



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