In der Hölle
Im direkten Vergleich zu Privat fallen die Stücke „In der Hölle“ und „Der Steinscheisserkarl“ jedoch ab. Dass Hader mit diesem Programm zehn Jahre lang aufgetreten ist, merkt man ihm hier an. Fast hat man das Gefühl, dass Hader die Stücke selbst kaum noch ertragen kann und dass er, wenn er sie noch einmal mehr spielen muss, anfangen wird zu leiern. Der Tonfall stimmt nicht mehr hundertprozentig und das Timing ist ungenau. Gerade deshalb aber sind diese Tracks für Komikinteressierte, die Privat schon besitzen, besonders interessant. Es ist faszinierend zu hören, wie viel weniger ein Witz lustig sein kann, wenn die Betonung nur ein klein bisschen anders ist oder die Pointe einen Moment zu früh kommt. Gags, die auf Privat ein donnerndes Zuschauergelächter entzünden, versanden auf Hader spielt Hader. Auch die Subtilität ist ein wenig verloren gegangen. Wenn der Teufel in „In der Hölle“ sich nicht mehr als rechter Journalist Nimmerrichter, sondern als FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache verkleidet, ist das ein ganzes Stück weniger elegant, weil offensichtlicher als in der ursprünglichen Variante. Dennoch ist Hader spielt Hader. Nummern aus 5 Programmen. Live im Großen und Ganzen eine recht gelungene CD für Leute, die mit dem bösartigen Humor des Österreichers noch nicht vertraut sind. Kennern des Kabaretts seien jedoch die vorangegangenen CDs Hader spielt Hader (1997) und Privat empfohlen, die gemeinsam die gesammelten Nummern auch fast alle enthalten, aber dort noch besser gespielt sind.