Einfallsreiche, raffinierte Storys
Vorweg: Schlechte Arbeit kann man den Autoren und Zeichnern nicht vorwerfen. In Band 3 jedenfalls, in dem Sergio Aragones und Mark Evanier (bekannt durch Sergio Aragones zerstört Marvel und Sergio Aragones zerstört DC) den Großteil der Storys liefern, sind einfallsreiche, oft raffinierte Krimis versammelt, ansprechend, gekonnt und detailreich grafisch umgesetzt von Künstlern wie Paul Smith, Mike Ploog, Eduardo Risso und Alvir Amancio, die ihr Handwerk virtuos beherrschen. Es sind keinerlei offenkundige Schwächen zu entdecken. Und doch …
Zum Start der neuen Spirit-Comics hatte einer der Zeichner, Darwyn Cooke, seinen tiefen Respekt vor Eisner ausgedrückt: Er sprach von den „Fußstapfen eines Riesen“ und gestand: „Ich kann nicht toppen, was Eisner getan hat, weshalb sollte ich es also versuchen?“ Sollte diese Haltung auch auf die Mitwirkenden in diesem Band zutreffen, so verstehen sie es gut, sie zu verbergen: Sie meinen, sie könnten es besser als das mehr als 50 Jahre alte Vorbild. Dabei wird der Stoff halbherzig modernisiert, der Spirit als actionbetonter Gangsterjäger reaktiviert. Obwohl hier für eine Story statt sieben in der Regel 20 Seiten zur Verfügung stehen, werden die Grenzen der Genreregeln kaum einmal überschritten, während Eisner häufig komplexe, hintergründige Kurzgeschichten gelangen, die etwas über die damalige Gesellschaft oder besondere Individuen deutlich machten.