Apse: Climb Up
Um es gleich vorwegzunehmen: Wer nach einer leicht rumpeligen Alternative zu den esoterischen Isländern Sigur Rós sucht, der dürfte an „Climb Up“ durchaus Gefallen finden. Wer allerdings schon allein von der Vorstellung abgeschreckt wird, eben jene Sigur Rós würden einen New-Wave-Schuppen entern und dabei im Designer-Drogen-Rausch beginnen Punk zu spielen, der sollte von dieser CD tunlichst die Finger lassen. Ohne Zweifel: „Climb Up“ ist ein zutiefst seltsames Stück Musik geworden. Apse sind Indie ohne hip zu sein, scheppernd ohne allzu ausgiebig dem musikalischen Dilettantismus zu frönen, irgendwie progressiv, allerdings ohne aufdringliche Breaks und technische Spielereien usw. Nachdem die anfängliche Verwirrung des Hörers einem konzentrierten Nachvollziehenwollen gewichen ist, bleiben trotz allem Zweifel am Gehörten übrig: Klingt das erste Stück „Blown Doors“ nicht ein bisschen nach den unseligen Euro-Dance-Ahnherren Snap? Klingt „3.1“ nicht nach mehrfach verdautem New-Wave-Ausschussmaterial? Und vor allem: Warum hat dieses Album ein fieser kleiner Troll mit unmenschlich hoher Stimme eingesungen? Ein Troll, der noch dazu so klingt, als müsste er ständig Angst vor Verfolgung haben, sodass er seine Stimme durchgehend mit ordentlich Verzerrung und Halleffekten unkenntlich machen muss? Viele Fragen, wenig Antworten und eine seltsame, aber durchaus interessante CD, die zumindest die oben angesprochene Zielgruppe musikalisch zufrieden stellen sollte.
Apse: Climb Up. ATP Recordings.
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