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03.12.2009

An Schnittstellen gefummelt

Musikalische Neuigkeiten auf einen Blick – diese Woche mit Cluster, Thomas Truax, Bern, Brody & Rodach, Curse Ov Dialect und Benjamin Taylor. Von SEBASTIAN KARNATZ

 

 



Benjamin Taylor: The Legend Of Kung Folk. Part I (The Killing Bite)

Preisfrage: Welche Musik wird der Sohn von Carly Simon und James Taylor wohl spielen? Smoothe Singer-Songwriter-Mucke? Benjamin Taylor ist – musikalisch zumindest – ein guter Sohn und weiß was sich gehört. In der Tat kredenzt er dem hörenden Publikum auf seinem ersten Soloalbum unter vollem Namen – vorher: Ben Taylor – eine Ohren schmeichelnde Melange aus Urban Folk und extrem relaxtem Soul. Die seltsame Betitelung des Albums inklusive der wohl leider nur halbironischen Martial-Arts-Verehrung kann man also getrost als nebensächliches Kuriosum sofort wieder vergessen. Schöne Titel wie „Wrong“ oder „Something For Nothing“ besitzen einen fast schon plakativen Hit-Appeal und dürften in den nordamerikanischen College-Radios alle Chancen der Welt besitzen. Und wenn sich dann zu drei Songs auch noch Jamie Cullum – allerdings recht unauffällig – am Piano die Ehre gibt, dann kann doch hier eigentlich nichts mehr schief gehen, oder? Tut es auch nicht. „The Legend Of Kung Folk“ ist ein pfiffig arrangiertes Folk-Album für alle, die sich nicht offen trauen, ihre Liebe zu Jack Johnson zuzugeben. Ein relaxtes Album mit großem Hitappeal und dem leichten Independent-Flair, das eben jenem Jack Johnson seit geraumer Zeit fehlt. Ein Hauch des süßlich-meditativen Charmes der kultivierten Langeweile liegt allerdings auch über Benjamin Taylors Songs. Wer es also etwas spannender und abwechslungsreicher liebt, der darf gerne zur formidablen neuen CD des Gastmusikers Jamie Cullum greifen.

Benjamin Taylor: The Legend of Kung Folk. Part I (The Killing Bite). Iris Records (Vertrieb: Broken Silence).
Homepage von Benjamin Taylor

 

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