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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:39

Lloyd Cole: 09.11.2010 - Freiheizhalle München

15.11.2010

Pils hat auf dem Biermarkt nichts zu suchen!

Guter Tipp vom kompetenten Barmann der Münchner Freiheizhalle, in der Lloyd Cole and the Small Ensemble an einem Dienstagabend gastiert. Ein Übertragungswagen des BR steht vor der Tür und die damit verbundene Garantie für guten Klang und geregelte Abläufe sorgen für eine Veranstaltung auf hohem Niveau. Von DAVID EISERT

 

Schlag 20:00Uhr steht Mr. Cole mit seinen beiden Kollegen des Small Ensembles (Mark Schwaber, Gitarre und Mandoline; Matt Cullen, Gitarre und Banjo) auf der spartanisch ausgestatteten und -geleuchteten Bühne. Die Drei werden mit einem warmen Applaus des gut situierten und wohl erzogenen Publikums, welches zahlreich die Stuhlreihen füllt, begrüßt. Pünktlichkeit wird heute Abend groß geschrieben, denn die Kollegen vom Rundfunk werden nach Tarif bezahlt und dieser sollte nicht übermäßig strapaziert werden.

 

Der Britische Sänger, Komponist und Hobbygolfer stellt heute das neue Album Broken Record seinen treuen und mit ihm reifer gewordenen Freunden vor. „Früher habe ich Lieder über das Alt werden gesungen, heute singe ich Lieder über das Alt sein“, mit der Ansage kann der Sänger punkten und eröffnet die entspannte Darbietung von alten und neuen Songs aus seiner mehr als ein viertel Jahrhundert dauernden Schaffensphase. Die Interpretation erfolgt rein akustisch. Zu den obligatorischen Gitarren gesellen sich Banjo und Mandoline. Die prägnante Stimme vom Meister ist selbstverständlich. Die eh schon zurückhaltenden Songs werden dadurch noch ein wenig ruhiger, was besonders vor der Pause ein wenig einschläfernd wirkt. Nach der Halbzeitunterbrechung, in der man sich bei Volunteer Patrick mit CDs und Portraitfotos versorgen kann, wird ein Zacken zugelegt und es entwickelt sich fast so etwas wie ein Rockkonzert. Einige Mutige sind sogar kurz davor, ihre Stühle zu verlassen um ihren Respekt Ausdruck zu verleihen. Zu so viel Ekstase kommt es dann aber letztlich nicht, was sollte sonst der Sitznachbar denken. Lloyd Cole weiß das Publikum zudem mit kleinen Scherzen zu unterhalten und so kommt am Ende jeder auf seine Kosten – akustisch wie kulinarisch.


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