Thomas Kistner: Fifa-Mafia TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen "Bacon Talks": Frankfurts Schauspielintendant Oliver Reese schreibt ein Stück und inszeniert Der FUTTERblog - streng verdaulich!
Freitag, 25. Mai 2012 | 12:41

Die Pianistin Hélène Grimaud und die Münchner Philharmoniker unter Christian Thielemann im Gasteig

16.03.2011

Schönheit und Harmonie

Die französische Pianistin Hélène Grimaud ist ziemlich berühmt – auch dafür, sehr schön zu sein. Am 11.3. gastierte sie im Gasteig und spielte mit den Münchnern Philharmonikern unter der Leitung von Christian Thielemann Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 5. Bereits im August 2007 hatte sie eine Aufnahme davon zusammen mit der Staatskapelle Dresden veröffentlicht. Von BJÖRN VEDDER

 

Damals war sie mit einer eigenwilligen Interpretation aufgefallen, der sie auch diesmal treu blieb. Die schwebende Zartheit von Grimauds Spiel bot eine durchaus angenehme Abwechslung, konnte das Orchester aber immer wieder rhythmisch irritieren. Nach und nach und merklich dann im zweiten Satz stellte sich zwischen ihr und dem Orchester eine gewisse Harmonie ein, die Grimaud auch physisch unterstrich, indem sie in besonders emotionalen Momenten mit dem Oberkörper wackelte und kreiste.

Überhaupt war Harmonie im Zusammenspiel das große Thema des Abends. Manches fügte sich gut, manches weniger. Den Auftakt machten Johannes Brahms‘ Variationen über ein Thema von Joseph Haydn, die Thielemann recht langsam spielte, vielleicht um sie melodisch besonders auszukosten, vielleicht aber auch, damit das Orchester und er wieder zueinander finden konnten.

 

Schließlich waren die Münchner Philharmoniker in der letzten Zeit öfter unter einem fremden Dirigenten zu hören gewesen als unter dem eigenen. Man fand aber bald zueinander, was die unspektakuläre Aufführung von Ludwig van Beethovens 7. Symphonie dann besiegelte, die den Abend beschloss. Hier wurde nun auch Thielemann, der seiner Veranstaltung zunächst mit höflicher Reserve gegenüberstand, von seiner Harmonie mit dem Orchester derart angetan, dass er gegen Ende vielleicht sogar ein bisschen verliebt war in sein Dirigieren. Das Publikum indes beklatschte diesen Abend beinah frenetisch und schien alles bekommen zu haben, wonach es verlangte – einen schönen Star oder zwei, Artistisches in der Mitte und Dramatisches zum Schluss.

 

| kommentar schreiben

Name:
Kommentar:

Elektronische Findlinge

Aus dem Harz oder vom Bosporus – viele Wege führen in eine der zeitgenössischen Kreativ-Metropolen für Top-Produzenten elektronischer Musik ...

Back for good

Zwei interessante Wiederveröffentlichungen aus den 70ern, vorgestellt von TOM ASAM.

Hausberg-Musik

Spätestens seit Ende letzten Jahres La Brass Banda nach über 500 Konzerten weltweit die Münchner Olympiahalle füllten, dürfte ...

Feuchte Studiofantasie

Der ehemalige Gitarrist einer melodischen Death Metal-Band werkelt im stillen Kämmerlein an einer feuchten Studiofantasie von Prog-Rock-Album? Jaja, wenn Schweine fliegen können. Obwohl, ...

DJ-Werkschau

Der in der ehemaligen DDR geborene Andre Lodemann blickt auf rund 20 Jahre DJ-/ Produzenten-Tätigkeit zurück. Anlass genug, auf dem eigenen ...