Martin Grubinger, der dieser Tage seinen 28. Geburtstag feiert, ist der unangefochtene Superstar des Schlagzeugs. Des Schlagzeugs? Ist er etwa ein Jazzer, der Erbe von Art Blakey und Max Roach? Keineswegs, obwohl er auch da mitmischen könnte. Aber seine eigentliche Domäne ist die zeitgenössische Musik, die man eher der sogenannten E-Musik zurechnet.
Klaviersolisten gibt es ja jede Menge, und auch an Violinsolisten herrscht kein Mangel. Schlagzeugsolisten hingegen sind jenseits von Jazz und Rockmusik selten. Martin Grubinger ist nicht ein Produkt des üblichen Medien-Hypes. Er ist vielmehr, technisch wie musikalisch, ein Ausnahmetalent, und nicht zufällig schreiben zeitgenössische Komponisten extra für ihn. Vielleicht ist er sogar der Einzige, der diese Kompositionen zurzeit interpretieren kann. Obwohl – das muss gerechterweise erwähnt werden – zumindest sein Ensemblemitglied Rainer Furthner das Zeug zu haben scheint, sich selbständig und ihm demnächst Konkurrenz zu machen.
In Ludwigsburg trat Grubinger mit fünf weiteren Perkussionisten, einem Elektrobassisten und einem Pianisten auf. Dass er zwei Stücke, die eigentlich für Schlagzeug und Orchester geschrieben sind, nur in einer Fassung für Schlagzeug und Klavier vorführen konnte, ist bedauerlich. So vorzüglich Per Rundberg die Aufgabe an den Tasten bewältigt: Da geht doch etwas verloren. Es ist ja wohl kein Zufall, dass selbst Kompositionen, die ursprünglich für Klavier geschrieben wurden, etwa Mussorgskis Bilder einer Ausstellung, häufiger in einer Bearbeitung für Orchester gespielt werden.