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Freitag, 25. Mai 2012 | 12:45

 

Foto: D. Crevena Foto: D. Crevena

Song Conversation mit Gianmaria Testa und Paolo Fresu

04.06.2011

Paolo Contes leiser Bruder

Heiserkeit ist im klassischen Gesang ein Makel. In der Oper oder beim Schubert-Liederabend muss die Stimme strahlen. Schon beim Jazz und später beim Rock war das anders. Louis Armstrong hat die Vorstellungen von einer »schönen Stimme« gründlich verändert. Auch Liedermacher dürfen eine raue Stimme haben. Wolf Biermann, Georges Brassens, Andonis Kalojannis, Atahualpa Yupanqui, Wladimir Wyssozki – sie alle legten mehr Wert auf Ausdruck, mal intim, mal extravertiert, als auf den Schönklang im Verständnis des klassischen Gesangs. 

 

Insbesondere die Italiener, bei denen die Liedermacher, Chanteurs oder Singer Songwriter Cantautori, also »Liederautoren« heißen, lieben die belegte Stimme, nicht nur beim Schlager, wo Adriano Celentano den Ton angab. Als Vermittler zwischen Rock und Cantautori ließe sich Edoardo Bennato nennen. Auch er besticht durch eine kratzige Stimme, die in den Höhen gar zu krächzen scheint. Ach wie schön!

 

Foto: Roberto Chiovitti Foto: Roberto Chiovitti

Meisterhaft improvisiert und brav mitgespielt

Gianmaria Testa, der nun mit dem Trompeter Paolo Fresu die Song Conversations bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen fortgesetzt hat, ließe sich als der leisere Bruder von Paolo Conte beschreiben. Er singt eigene Lieder mit lyrischen Texten und vertraulichem Gestus (was täten solche Sänger ohne die Erfindung des Mikrophons?), aber auch eine englische Fassung des mit dem Namen Marlene Dietrich verbundenen Friedrich Hollaender-Songs Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt und, auf Französisch, Boris Vians Deserteur, den Yves Montand, aber auch Serge Reggiani – noch einer mit einer heiseren Stimme – berühmt gemacht haben, den aber fast jeder Pazifist im Repertoire hat. Auch Wolf Biermann sang ihn, als er noch ein bedingter Pazifist war.

 

Am Schluss dringt Testa in die sardische Folklore ein, und Paolo Fresu liefert auf dem Kornett den durchgehaltenen Grundton, den Bordun hinzu, für den traditionell das dritte Rohr der Launedda, einer sardischen Flötenart, zuständig ist. Überhaupt Paolo Fresu: Er erweist sich an diesem Abend als ein Meister im Improvisieren. Gianmaria Testa verlangt ihm da einiges ab, und er spielt brav mit. Wie übrigens auch das Publikum. Merkwürdig ist es schon, wie das immer wieder seine Hemmungen verliert, wenn ein bühnenerfahrener Sänger es zum Mitsummen einlädt. Das wusste schon Pete Seeger. Damals sollte der gemeinsame Gesang noch ein Kollektiv herstellen. Heute dürfte er nicht viel mehr sein als Kurzurlaub vom CD-Player.

 

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Hallo, was interessant sein könnte die sich für diesen Bereich interessieren ist, dass am 1. Dezember 2011 der Film "Wyssozki-Danke, für mein Leben" in die Deutsche Kinos kommt. http://www.wyssozki.de/ Ich werde mir das nicht entgehen lassen, LG
| von Kuhna, 29.09.2011

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