Frankie Chavez: Family Tree TATORT (SR) - Skalpell (28.05.2012) Andrea Maria Schenkel: Finsterau David Small: Stiche. Erinnerungen Der FUTTERblog - streng verdaulich! Kennzeichen T - 28.04.2012
Freitag, 25. Mai 2012 | 13:03

Kritikerpreise 2009

15.06.2009

Zeitgeschichtliches Panorama

Am Wochenende hat der Verband der Deutschen Kritiker in Berlin seine „Kritikerpreise 2009“ verliehen. In der Kategorie Literatur wurde Ursula Krechel geehrt.

 

Seit 59 Jahren vergibt der Verband der Deutschen Kritiker Preise in neun Sparten – in diesem Jahr das erste Mal unter der Leitung des neuen Vorsitzenden Wend Kässens. Für Orientierung möchte man sorgen, so Kässens in seiner Eröffnungsrede, das Leise, Sensible, das Abgründigen soll gestärkt werden, damit es nicht untergeht neben dem, was sich medienwirksam und allzu spektakulär inszeniert. Denn: „Wie marktfähig, wie eigenwillig und eigenständig, wie frei und offen, wie differenziert und vielschichtig die Künste sind – das interessiert die ernstzunehmende Kritik. Deshalb gibt es den Deutschen Kritikerverband und die Kritikerpreise.“

Ursula Krechel bekam den Preis in der Sparte Literatur für Ihren Roman Shanghai fern von wo, der sich einem bisher vernachlässigten Aspekt des deutschen Exils während der nationalsozialistischen Jahre widmet.

In der Begründung heißt es: „Krechel schafft aus den historischen Fakten eine poetisch vibrierende Textur aus wild schlingernden Lebensgeschichten. Sie entfaltet tragikomisch grundierte und oft ins Nichts führende Überlebensstrategien von Menschen, die radikal ihrer Wurzeln beraubt wurden und sich völlig neu erfinden mussten. Es gelingt ihr, aus der Lebensgeschichte einiger weniger Hauptfiguren ein komplexes zeitgeschichtliches Panorama zu entwickeln“.

“Ort zum Auf-den-Putz-Hauen“

Der Preis in der Sparte Theater ging an Tobias Wellemeyer, den Generalintendanten des Theaters Magdeburg. „Er will das Theater als einen für jedermann offenen Ort: Zum Heimisch-Fühlen, Ängste-Teilen, Neues-Lernen, zum Auf-den-Putz-Hauen, Heulen, Kichern oder auch mal nur so zum Beieinander- und Glücklichsein“ heißt es in der Begründung. „Das Stadttheater als Antidepressivum. Und Gesamtkunstwerk. Also nicht nur ‚soziale Plastik‘, nicht nur feinnervige Seelenerkundung, politischer Aufklärungstrieb oder Nachhilfeunterricht, sondern immer auch: prall gefüllte Wundertüte“.

Weiter wurden ausgezeichnet: Kuehn Malvezzi (Architektur), Ulrich Wagner (Bildende Kunst), die Sendung KULTURZEIT (Fernsehen), die Produktion Auge in Auge von Michael Althen und Hans-Helmut Prinzler (Film), Barbara und Winfried Junge (Ehrenpreis Film), die Produktion Haus aus Stimmen (Hörfunk), Lothar Zagrosek (Musik) und Heinz Spoerli (Tanz).

Von der Verrohung des Bürgertums

Ja, die Welt ist schlecht, weil ungleich. Aber hurra – wir tun doch was! Das Netzwerk der »Tafeln« sorgt dafür, dass auch Hartz-IV-ler würdig ...

Licht wo zu viel Schatten lag

Jetzt mal ehrlich, das Buch Fifa-Mafia von Thomas Kistner ist keine einfache Kost. Zu ungebremst und schnörkellos werden einem hier schallernde Fakten um die Ohren gehauen. ...

Lämmer in der Obhut von Wölfen

Das europäische Mittelalter war nicht gut zu Frauen – zumindest wenn wir heutige Kriterien anlegen. In jedem Fall aber war es eine schlechte Zeit für die wenigen Frauen in ...

Vorschlag zur Güte

Reiß mir bitte reiß mir doch

in meinen Etat ein Loch

stopf zwei drei deiner Sorgen rein

und bald wird wieder Frühling sein

»Die Wahrheit ist ein scheues Kind ...«

Mit dem Roman Tannöd begann 2006 die erstaunliche Karriere der Andrea Maria Schenkel. Der Nachfolger, Kalteis (2007), bewegte sich noch ganz im Dunstkreis des erfolgreichen ...

Valium im schwarzen Anzug

Die MIB-Filmreihe von Regisseur Barry Sonnenfeld komplettiert sich nun zur Trilogie und tischt dem Zuschauer das Alte vom Vortag nochmal neu auf – nur diesmal in 3D. Lasst euch vom ...

Ecce Homo

»Siehe, der Mensch!« - so wird allgemein Ecce Homo übersetzt. Napoleon soll Ähnliches zu Goethe bei ...