Frustrierter Rückzug
Die Struktur, mit der Apple bei iTunes „Bücher“ verkauft, ist nicht mal im Ansatz von der gut 400jährigen Geschichte des Sortimentsbuchhandels gestreift worden. Wer beispielsweise mit dem Suchbegriff „Roman“ versucht, Unterhaltungslektüre zu erwerben, scheitert grandios. Ihm wird ein Programm angeboten, das lateinische Zahlen umrechnet. Wer „Krimi“ eingibt, landet bei dem Spiel „Räuber und Gendarm“. Kein Larsson, keine Schenkel weit und breit. Insofern wundert es auch nicht, dass die elektronische Variante zahlreicher Bücher – wie etwa Kochbücher, Reiseführer, Lexika – nicht mehr im Bereich „Bücher“ geführt werden, sondern längst in andere Bereiche im Appstore abgewandert sind. Auch fehlen derzeit nahezu gänzlich mediale Strukturen, die über das Angebot an Ebooks informieren. Das Berliner Unternehmen Textunes ist auch hier Vorreiter und versucht, mittels einer Leseprobenapplikation über Neuerscheinungen zu informieren. Außerdem ist das Unternehmen im Onlinemarketing recht aktiv.
Apple wird sicherlich weiterhin erfolgreich Ebooks verkaufen, zumal der Firma mit dem iSlate auch eine starke Position bei den E-Readern zugetraut wird. Wenn die Suchfunktion und die Präsentationsmöglichkeiten für Ebooks sich jedoch nicht erheblich verbessert, werden sich attraktive Content-Lieferanten bald frustiert zurückziehen.